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Fledermäuse sind in Zweibrücken selten geworden

Zahl der Tiere ist zurückgegangen : Fledermäusen auf der Spur

Der Nabu bietet am Freitag eine Wanderung an, um die selten gewordenen Tiere zu beoachten.

Am kommenden Freitag lädt der Naturschutzbund (Nabu) Zweibrücken im Rahmen der Fledermausnacht zu einer Abend- und Nachtwanderung für Kinder und Erwachsene ein. Es soll versucht werden, Fledermäuse in Aktion zu sehen und per Ultraschalldetektor nachzuweisen. Das wird allerdings nicht einfach sein, wie Franz Kinkopf vom Nabu Zweibrücken erklärt, denn das Fledermausvorkommen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Bei einem Besuch bei ihm Zuhause in Mittelbach, wo er derzeit zwei Fledermäuse pflegt, erklärt er, was der Nabu zur Erhaltung der Fledermäuse leistet und woran sich erkennen lässt, dass das Vorkommen zurückgegangen ist. Vor 15 Jahren kam er selbst zum ersten Mal durch Zufall in Kontakt mit einer verletzten Fledermaus. Aus Interesse arbeitete er sich in das Thema ein, nahm Kontakt zu Fledermausschützern auf und ist nun seit circa zehn Jahren für den Nabu als Fledermauswart zuständig.

Die Population der Hausfledermaus, also kleinen Arten von Fledermäusen, die ihre Quartiere an Wohnhäusern von Menschen haben, ist seiner Einschätzung nach um mindestens 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Bedenkt man, dass die nachtaktiven Geschöpfe auf der roten Liste stehen und ihr Fortbestand gefährdet ist, sind das erschreckende Zahlen. Den Grund sieht er hauptsächlich im großen Insektenmangel. „Fledermäuse ernähren sich hauptsächlich von nachtaktiven Insekten, und von denen gibt es sehr wenige“, erklärt Franz Kinkopf. Ein guter Indikator dafür sei die Windschutzscheibe am Auto, die heute deutlich weniger nach langer Fahrt mit Insekten verschmutzt ist, als noch vor einigen Jahren. Hinzu komme die enorme städtische Extremtemperatur und die Tatsache, dass viele Häuser mittlerweile so gut gedämmt seien, dass die Fledermaus keinen Zugang mehr zum Dachstuhl und Gebälk findet, das sie gerne als ihr Wochenstuben-Quartier nutzt. Fledermäuse sind standorttreu. Wo es ihnen gut geht, da kommen sie im nächsten Jahr wieder hin zurück, wenn es darum geht, den Nachwuchs auf die Welt zu bringen und da können gut und gerne 100 Tiere zusammen kommen.

Was in den Wohnhäusern passiert, ist für den Nabu natürlich nicht nachvollziehbar, doch versucht der Verein seit Jahren, Ersatzquartiere durch Fledermauskästen zu schaffen. Etwa 70 Stück sind im Stadtgebiet Zweibrücken und den eingemeindeten Ortschaften aufgestellt. Durch die regelmäßigen Kontrollen erhält der Nabu einen guten Überblick über das Fledermausvorkommen, zudem ist der Verein in ganz Rheinland-Pfalz mit anderen Ortsvereinen vernetzt. Gab es in den vergangenen Jahren bei der Fledermauswanderung Ende August immer drei bis vier Arten zu sehen, wurde im letzten Jahr erstmals keine einzige gesichtet. Die Wanderung am Freitag wird dennoch stattfinden, in der Hoffnung, dass es in diesem Jahr wieder erfreulichere Entdeckungen gibt. Und damit auch wirklich niemand ohne den Eindruck einer echten Fledermaus nach Hause geht, bringt Franz Kinkopf eines seiner Pfleglinge mit.

Interessierte treffen sich zur Nabu-Fledermauswanderung am Freitag, 31. August, um 19.30 Uhr an der Fischtreppe am Rosengarten-Hotel.