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Fischerfest des ASV Dietrichingen

ASV Dietrichingen : Ein Fischerfest mit zwei Gesichtern

Am Samstag war selbst den Angelfreunden zu viel Nass, am Sonntag dagegen strömten die Massen nach Dietrichingen.

Zwei heftige Regenschauer setzten den Trualbfischern am vergangenen Samstag heftigst zu. Aber, mit Widrigkeiten jedweder Art fertigzuwerden haben „Burgi“ Burkhard Zahn und seine Helferschar in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach auch bei Fischerfesten bewiesen. Entmutigen oder aufgeben kommt für sie alle nicht in den Sinn. Wozu auch, der Bilderbuchsonntag entschädigte, unterm Strich sind die Erwartungen an das 2019er-Fischerfest mit kleinen Abstrichen erfüllt.

Der Dietrichinger Dorfbrunnen am Samstag in den frühen Abendstunde. Dem Pizzateig gab Pizzabäcker aus Passion „Burgi“ Zahn die letzte Geschmeidigkeit, wort- und gestenreich wurden die ersten Portionen ausgerollt und zur Gaudi für die ersten Besucher ufoförmig durch die Luft geschleudert. Zahn ist darin absoluter Experte, demonstriert dies schon jahrelang beim heimischen Fischerfest und konnte damit vor Jahrzehnten als Aktiver des legendären Dietrichinger Freizeitvereins auch die Stadtfestbesucher in Zweibrücken begeistern und überraschen. „Gaudi mit Absicht“, merkt der Pizza-Jongleur dazu an, schließlich soll jeder Gast auf einen vergnügten Abend eingestimmt werden. Eine Einstimmung ganz anderer Art kommt beim Fischerfest gut 30 Minuten später vom Himmel. Da entlädt sich über der Trualbtalortschaft der schwarze Himmel, es gibt den ersten Schutt. „Dodemet kenne mer noch läwe“, ist die Feststellung in den Kreisen der Verantwortlichen – doch kurz darauf ein zweiter Schutt, ein zweiter Gewitterregen und diesmal so heftig, dass das weitläufige Wiesengelände rund um den Dorfbrunnen fast unter Wasser steht. Zwar gibt es für die schon eingetroffenen Fischerfestbesucher ausreichenden Schutz vor den Wassermassen in den aufgebauten Zelten, dennoch bleibt der sonst übliche Besucheransturm an diesem Samstagabend aus. Zwar wird ausgiebig und sehr emotional gefeiert und es werden viele Pizzen verspeist – doch an die Festabendstimmung, wie man sie sonst bei einem Dietrichinger Fischfest gewohnt sind, kommen die mehr als 40 Helfer einfach nicht ran. Der langjährige Vereinsvorsitzende Zahn, Mann der ersten Stunde als die Sportfischer im Jahr 2000 den Sprung in die Selbständigkeit als kleiner Verein wagten: „Der Regen hat an diesem Tag unser Fest total vermasselt, das muss man einfach so sehen.“

Alle Hoffnungen ruhten deshalb auch dem Sonntag. Und da kam der „Burgi“ tatsächlich nicht mehr aus dem Grinsen heraus. „Ich wäs iwwerhabt net wo iwweral die Leid herkomm sin. Saarländer, Vorrepälzer, Franzose – de Platz war vun morjens bis owends voll. Am Schluss hann mer nix mä gehaad.“ 500 Krebse aus „der eigenen Bach“ hatten der Paella eine ganz besondere Geschmacksnot verliehen, die bekannte Fischspezialitäten waren wie immer heiß begehrt und „Oberräuchermeister“ Uwe Hesse kam mit dem Räuchern von frischen, armdicken Aalen kaum nach. 25 Kuchen wurden für das Kuchenbuffet gespendet, zum Schluss ebenso rutzeputz verspeist wie die anderen Sachen auf der umfangreichen Speisekarte der Fischer. „Mit der Paella und den Krebsen aus der Trualb hatten wir eine Besonderheit, im kommenden Jahr werde ich dieserhalb was Neues aus dem Zylinder zaubern, es wird aber ganz sicher wieder was mit Krebsen zu tun haben“, sagt Zahn und beschäftigt sich schon jetzt wieder mit dem Jubiläumsfischerfest im Jahr 2020.