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Feuerwehrbedarfsplan Zweibrücken: Stand der Umsetzung

Zahl des hauptamtlichen Personals der Zweibrücker Wehr ist bereits verdoppelt : Feuerwehr-Aufstockung kommt gut voran

2018 wurde beschlossen: Die Freiwillige Feuerwehr der Rosenstadt braucht vier Mal so viel hauptamtliche Kräfte wie bisher. Bei der Umsetzung liegt man im Zeitplan. Auch was bauliche und Ausrüstungs-Fragen betrifft.

Die Zweibrücker Feuerwehr hat in den vergangenen beiden Jahren ihr hauptamtliches Personal mehr als verdoppelt. Damit ist die erste von drei Phasen der Mitte 2018 vom Stadtrat beschlossen Personal-Aufstockung abgeschlossen. „Das ist so, wie wir es uns im Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt haben“, zeigt sich Stadtfeuerwehrinspekteur Frank Theisinger auf Merkur-Anfrage zufrieden.

2017 hatte die Feuerwehr Alarm geschlagen: Nur in etwa der Hälfte der Fälle schaffe man es im Stadtgebiet, in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von acht Minuten wirksame Hilfe am Einsatzort einleiten zu können. Man brauche deshalb elf statt wie bislang fünf hauptamtliche Kräfte. Was die Stadtspitze damals noch mit rüden Worten zurückwies, wurde auf deren Vorschlag dann 2018 sogar noch viel weitergehender beschlossen: Die Feuerwehr solle in drei Phasen auf am Ende 21 hauptamtliche Kräfte aufgestockt werden, in der ersten Phase solle es acht Neueinstellungen geben.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) informiert jetzt nach Rücksprache mit Theisinger auf Merkur-Anfrage zum Stand der Umsetzung: „Aktuell sind bei der Feuerwehr zwölf hauptamtliche Einsatzkräfte beschäftigt. Die Einstellung von drei weiteren Feuerwehrangehörigen ist in Vorbereitung.“ Wie sich die Aufstockung auf die Rechtzeitig-am-Einsatzort-Quote ausgewirkt hat, werde in den kommenden Monaten analysiert. (Nach den Angaben 2018 waren es 42 Prozent im Stadtgebiet und 26 Prozent in den Vororten)

Stärkstes Standbein der Zweibrücker Feuerwehr bleiben aber mit 125 Männern und Frauen die Freiwilligen. Das sind sechs weniger als vor zwei Jahren – wo es zur Begründung der Hauptamtlichen-Aufstockung hieß, die Rekrutierung Ehrenamtlicher werde schwieriger, auch weil Arbeitgeber immer weniger Verständnis hätten, wenn für „Bagatelleinsätze“ Mitarbeiter immer wieder plötzlich die Arbeit liegen lassen müssen.

Der 2018 beschlossene Plan sah vor, die Hauptwache täglich mit sieben statt vier Einsatzkräften zu besetzen. Die Zahl sieben ist bereits erreicht. Zudem ist manchmal jemand von den fünf Auszubildenden auf der Wache. Wie damals angekündigt, soll dann, wenn man über insgesamt 16 hauptamtliche Feuerwehrleute verfügt, die Wache auch samstags und sonntags besetzt werden. Dann werde es nur noch eine Minute dauern, bis die Feuerwehr nach Eingang eines Alarms losfahren könne.

Stadtfeuerwehrinspekteur Theisinger erklärt, bei der Suche nach den weiteren Hauptamtlichen könne es ein Problem geben: Weil in Rheinland-Pfalz nur fünf Berufsfeuerwehren existieren, gebe es nicht viele Ausbildungsstellen, und deshalb nur wenig Nachwuchs. Die zeitweise in Zweibrücken tätigen Azubis kämen aus Kaiserslautern.

Auch baulich kommt die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans gut voran. Der Stadtrat hat Anfang September Sitzung einstimmig den geänderten Bebauungsplan „Eremitage und Umgebung“ als Satzung beschlossen – sodass die Feuerwehr an der Hauptwache eine neue Mehrzweckhalle (vor allem für Fahrzeuge, Werkstatt und Waschstraße) bauen kann. Wann wird die Halle gebaut? Wosnitza antwortet: „Die Vorplanung mit einer Kostenschätzung ist erledigt. Die Zuwendungsanträge wurden gestellt. Nach positiver Bewertung durch die ADD wird mit der Ausführungsplanung begonnen. Unsere aktuelle Planung ist, dass wir 2021 mit den Neu- und Umbauten beginnen werden.“

Laut dem 2018 verabschiedeten Feuerwehrbedarfsplan sollte die Hauptwache auch mehr Digitalisierung erhalten. Was hat sich diesbezüglich bereits getan, was ist wann noch geplant? Wosnitza schreibt: „Die Erneuerung der Feuerwehreinsatzzentrale ist noch für das Jahr 2020 geplant. Die Vorplanung mit einer Kostenschätzung ist erledigt. Die Zuwendungsanträge wurden gestellt. Eine Ausschreibung wird vorbereitet.“

Zudem listet der Oberbürgermeister auf die Frage, ob weitere Punkte aus dem Bedarfsplan von 2018 schon umgesetzt sind, wörtlich auf:

– Seit 01.01.2020 ist die Feuerwehr als Stabsstelle direkt beim OB unterstellt. Eine Ausgliederung vom Ordnungsamt wurde herbeigeführt.

– Zwei ausgebildete Berufsfeuerwehrmänner konnten eingestellt werden.

– Der Gerätewagen Messtechnik (Baujahr 1993) wurde ersetzt.

– Der Kommando-Wagen (Bj. 2001) wird bis Ende Oktober 2020 ersetzt.

– Ein zweites Wechselladerfahrzeug wird ausgeschrieben.

– Die Beschaffung vom Gerätewagen Atemschutz und von einem Logistikfahrzeug konnte verschoben werden. Beide Fahrzeuge werden ihren Dienst länger tun können als erwartet.

– Die Erneuerung der Atemschutztechnik wird im Jahr 2021 begonnen.

– Für den Katastrophen-Schutz wird zurzeit ein Einsatzleitfahrzeug beschafft, das kurz vor der Ausschreibung steht.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (im Hintergrund, kürzlich beim Feuerwehr-Aktionstag auf dem Hallplatz) ist seit Januar für die Feuerwehr zuständig. Foto: Feuerwehr Zweibrücken

– Ein Gerätewagen Betreuung ist in der Planungsphase. Diese Fahrzeuge werden durch Einheiten vom ASB und vom DRK besetzt und zum Einsatz gebracht.