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Felix Schmidt aus Oberauerbach will 2021 Wahlkreis Zweibrücken gewinnen

Zweibrücker Grünen-Wahlkreiskandidat für Landtagswahl am 14. März 2021 : Felix Schmidt: Klimakrise erfordert aktive Politik

Die Grünen haben den 30-jährigen Oberauerbacher einstimmig als ihren Wahlkreis-Landtagskandidaten gewählt.

(cos) Mit 16 von 16 Delegiertenstimmen haben die Grünen Felix Schmidt zum Direktkandidaten im Wahlkreis 47 Zweibrücken bei der Landtagswahl 2021 gewählt.

In seiner Bewerbungsrede im Dorfgemeinschaftshaus Mörsbach schlug der 30-jährige Doktorand der Geschichtswissenschaften die Verbindung zu seinem gegenwärtigen Mandat im Bezirkstag der Pfalz: „Ich erinnere beispielhaft an das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen oder Pfalzklinikum und Meisterschule in Kaiserslautern, wo der Bezirksverband Landesaufgaben erfüllt.“ Inhaltlich ist dem Oberauerbacher besonders wichtig, mit gezielter Politik den Klimaschutz voranzutreiben. „Durch die allgemeine Klimaerwärmung nebst den drei Dürrejahren zuletzt haben wir in den Wäldern einen derart schlechten Zustand zu verzeichnen wie seit Jahrzehnten zuvor nicht. Um den Wald trotz des klimatischen Wandels zu retten, reicht es einfach nicht aus, Fichtenbestand durch Douglasienanbau, die hitzeresistenter sind, zu ersetzen. Eine Forderung grüner Politik muss künftig sein, noch mehr Waldfläche aus der Bewirtschaftung zu nehmen und diesen seiner natürlichen Entwicklung überlassen.“ In den Städten seien Kaltluftschneisen wichtig, die nicht zugebaut werden dürften: „Die Klimakrise, das war jetzt wieder spürbar, zwingt uns förmlich dazu, die Auswirkungen des Klimawandels jetzt schon zu bekämpfen!“

Schmidt setzt dabei auch auf staatliche Vorgaben: „Ja, wir Grüne streiten für aktiven Klimaschutz, denn vielfach reichen freiwillige Anreize einfach nicht aus. Deshalb soll es auch in Rheinland-Pfalz eine Pflicht geben, dass bei Neubauten die Möglichkeit der Nutzung von Photovoltaik berücksichtigt wird.“ Damit, wie auch mit der Windkraft, will Felix Schmidt den Weg zu einem klimaneutralen Land ebnen.

Der attraktive Ausbau von alternativen Verkehr auch auf dem Land ist für Schmidt eine Forderung, weil damit dem Pkw-Individualverkehr zu begegnen sei. „Der 18. Landtag wird zwar nach Jahren des Ringens den Anschluss der S-Bahn nach Zweibrücken erleben – dennoch, das Problem der ,letzten Meile’ bleibt bestehen: Wie komme ich ohne eigenes Auto zum Bahnhof Zweibrücken!?“ Das Bus-Angebot sei vielfach noch nicht ausreichend attraktiv. Zudem fordert Schmidt Bürgerbusprojekte, Anrufsammeltaxis und Mitfahrerbänke. Auch das Fahrrad sei ein wichtiges Verkehrsmittel, der Aufbau eines engmaschigen Radwege-Netzes sei Voraussetzung für den Erfolg. Gut sei, dass der VRN anbiete, auch in Zweibrücken ein Mietradsystem anzubieten.

Der Tourismus war ein weiterer Schwerpunkt in Schmidts Rede. Als Historiker erinnerte er auch an die Gedenkarbeit zur Demokratieförderung. „Es erschreckt mich dass über die Hälfte der Deutschen am liebsten einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit ziehen würden. Gerade in Zeiten von menschenfeindlichen Parolen und antisemitischen Verschwörungstheorien ist es wichtig, daran zu erinnern, was sich im Oktober zum 80. Mal jährt, die Deportation der saarländischen, badischen und pfälzischen Juden nach Gurs.“ Die Landeszentrale für politische Bildung müsse deshalb mehr in die Fläche des gesamten Landes wirken. Gedenkstätten sollten außerschulische Lernorte werden.

Als Ersatzkandidatin wurde die 47-jährige Rechtsanwältin Susanne Bendig aus Käshofen gewählt.