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Fast 5000 Zuschauer bei Euroclassic

Euroclassic-Bilanz : Ein denkwürdiges Festival

Beim letzten Euroclassic-Festival 2019 waren noch 10 000 Besucher gekommen, der Neustart zog Corona-bedingt nur gut die Hälfte an – für die Organisatoren immer noch ein Erfolg.

Um die Bilanz zum diesjährigen Euroclassic-Festival zu ziehen, luden Kulturamtsleiter Thilo Huble und die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) zu einer Pressekonferenz im Herzogssaal ein. Gekommen waren auch die kommunalen Vertreter des Festivalgebietes: der Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler (SPD), der Bürgermeister von Rohrbach-lès-Bitche, Vincent Seitlinger und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Björn Bernhard (CDU).

„Es war ein richtiges, aber auch ein wichtiges Festival“, sagte Euroclassic-Projektleiter Huble zur Einleitung. Richtig deshalb, weil man nach dem coronabedingten Ausfall im letzten Jahr frühzeitig beschlossen hatte, das Festival wieder stattfinden zu lassen. Auch unter den ständig wechselnden Vorgaben der Pandemie-Regeln. Wichtig deshalb, weil das Festival ein hörbares Signal in der pandemischen Ausnahmesituation gewesen sei, das die Kultur ein Stück weit wieder in die gesellschaftliche Normalität zurückgeführt habe. Die Gäste hätten dies dankbar angekommen.

„Das diesjährige Festival wird uns noch lange in Erinnerung bleiben“, meinte Huble und spielte damit auf die vielen Hindernisse und Schwierigkeiten an, die durch die Pandemie entstanden waren. Man habe häufig flexibel und spontan auf neue Situationen reagieren müssen.

Immerhin fiel beim Festival nur ein einziges Konzert aus, nämlich das Gastspiel von Saso Avsenik und seinen Oberkrainern, das in Hornbach hätte stattfinden sollen. Als einer der Gründe für den Ausfall nannte Björn Bernhard die hohe Inzidenz in Slowenien (der Heimat der Musiker) und der damit verbundenen Befürchtung des Künstlermanagements, dass die Oberkrainer nicht hätten einreisen dürfen.

Insgesamt kamen fast 5000 Zuschauer zu den 29 Konzerten. Man habe in den Gesichtern die Freude darüber gesehen, dass man wieder in die Normalität kommt, sagte Christina Rauch. Natürlich waren die Zuschauerzahlen aus den Vor-Corona-Jahren nicht zu erreichen – 2019 waren ja allein zum Konzert von Kool & the Gang 2500 Leute gekommen. Die Festhalle war aufgrund der sogenannten Schachbrettbestuhlung bei 314 Zuschauern ausverkauft. Das war bei der Eröffnung des Festivals mit Kimmo Pohjonen der Fall; außerdem noch bei Abba Gold, Axel Prahl und der Neuen Philharmonie Frankfurt.

Huble äußerte sich dankbar darüber, dass die Sponsoren sogar etwas mehr Unterstützung als im Jahr 2019 gaben. Und das, obwohl auch die Wirtschaft unter der Pandemie litt. Das Festival konnte außerdem von Fördergeldern des Bundesprogrammes Neustart Kultur profitieren. Im nächsten Jahr steht als Motto der Osten Europas auf dem Programm – dieses wird „Ostwind“ lauten und somit den gleichen Namen tragen wie die bei Mädchen beliebte Pferdefilmreihe. „Zumindest in Zweibrücken liegt es auf der Hand, dass wir die Verbindung zwischen Pferden und Musik in irgendeiner Weise versuchen an den Start zu bringen“, sagte Huble. Dem Projektleiter war zudem sehr wichtig, noch einmal zu betonen, dass bis heute keine „Superspreader-Situation in einem Gastspieltheater“ bekannt sei. Sprich, während eines Besuchs in der Festhalle muss man keine Corona-Infektion befürchten. „Das kann man nicht oft und laut genug sagen.“ Die Leute seien leider noch sehr zurückhaltend beim Ticketkauf gewesen.