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Fallschirmjägerregiment 26 mit Reservistenmusikzug Saarland in Zweibrücker Alexanderskirche

Zweibrücker Adventskonzert des Reservistenmusikzugs : Ein feierliches Adagio für die Gefallenen

Das traditionelle Adventskonzert des Fallschirmjägerregiment 26 und Reservistenmusikzug in der Alexanderskirche hatte auch ernste Momente.

Die Alexanderskirche war am Donnerstagabend beim großen traditionellen Adventskonzert des Zweibrücker Fallschirmjägerregiments 26 mit dem Reservistenmusikzug Saarland, heuer schon zum 16. Mal in 17 Jahren, gut besucht.

Der Musikzug, zurzeit an die 40 Aktive, ist eine teilstreitkraftübergreifende Gemeinschaft musikinteressierter Reservisten. Gespielt wird aber nicht nur Militärmusik. Geleitet wird das Blasorchester von Claudia Wälder-Jene.

Die anwesenden Soldaten standen stramm mit Händen präzise an der Hosennaht, als ein Stabsfeldwebel vor dem Konzert zum Oberstabsfeldwebel befördert wurde, ein feierlicher Moment. Dann ging‘s aber gleich musikalisch los mit der „Festive Ouverture“ des Japaners Satoshi Yagisawa.

Es moderierte sachlich Musikus Roland Quirin, Oberstleutnant der Reserve. Ein flotter Paso Doble, Zaragoza, hellte die Stimmung weiter auf, komponiert von Joseph Olivadoti, früher Arrangeur der US Navy Band Chicago. Zum anschließenden „Evening Hymn and Cavalry Last Post“ zum Gedenken der gefallenen Kameraden erhoben sich alle von ihren Sitzen. Es entspricht in etwa dem vertrauten „Ich hat einen Kameraden“.

Fortsetzung mit dem wunderbaren „You raise me up“, ein reich gefeierter Popsong, von dem an die 500 Aufnahmen vorliegen. Das Lied wird oft für Fernsehfilme, Reklamespots, Talent-Wettbewerbe, Konzerte, Wohlfahrtsveranstaltungen und bei Beerdigungen verwendet. Auch hier ins Weihnachtskonzert passte es sehr gut, nicht zuletzt durch die imponierende Interpretation. Mit „Oregon“, einer musikalischen Fahrt durch das weite Land, endete der erste Teil. Dann wanderten viele der Zuhörer über den Marktplatz zum beheizten großen Bundeswehr-Zelt auf dem Weihnachtsmarkt, wo es Handfestes zum Genießen gab, auch Glühwein, der gut durchglühte. Wieder zurück, erklang das Antiweihnachtslied „Stop the Cavalry“. Beim „Ox and Donkey Blues“ glänzte Soldatin Lena Kümpel mit ihrer Posaune.

Holländische Komponisten waren gut vertreten, unter ihnen Ted Huggens mit „Choral and Rock Out“ mit wohltemperierten Anklängen an Bachs „Wohltemperiertes Klavier“. Mit „Christmas Delights“ endete das eindrucksvolle Konzert. Händels „Tochter Zion“ sangen alle zum allerletzten Ende. Jetzt steht Weihnachten klangvoll nahe vor der Tür.