Fahrbahnteiler für Rimschweiler Alles im Plan auf der Emotionen-Baustelle

Rimschweiler · Wie selten zuvor legt die Baustelle am Ortseingang von Rimschweiler Nerven blank. Beruhigend ist da vielleicht: Um Ostern herum soll alles stehen. Weniger schön: Der Radweg wird immer noch widerrechtlich genutzt.

 LBM-Chef Richard Lutz (links) und Rimschweilers Ortsvorsteher Klaus Fuhrmann an der Baustelle für den Fahrbahnteiler, die seit Wochen für erregte Diskussionen in dem Stadtteil sorgt.  Foto unten: Mit Betonklötzen wurde die Zufahrt zum Fahrradweg entlang von Rimschweiler verengt. Zu Beginn nutzten einige Autofahrer diesen Weg widerrechtlich, nachdem die Klötze zuvor umgestoßen worden waren; aktuell missbrauchen den Weg aber noch einige Biker.

LBM-Chef Richard Lutz (links) und Rimschweilers Ortsvorsteher Klaus Fuhrmann an der Baustelle für den Fahrbahnteiler, die seit Wochen für erregte Diskussionen in dem Stadtteil sorgt. Foto unten: Mit Betonklötzen wurde die Zufahrt zum Fahrradweg entlang von Rimschweiler verengt. Zu Beginn nutzten einige Autofahrer diesen Weg widerrechtlich, nachdem die Klötze zuvor umgestoßen worden waren; aktuell missbrauchen den Weg aber noch einige Biker.

Foto: Mathias Schneck

„Fahrbahnteiler“ heißt das Gebilde, das am Ortseingang von Rimschweiler in Arbeit ist. Aber „Nerventeiler“  wäre wohl auch ein passender Name. Denn der Bau legt die Nerven vieler Bürger blank wie noch selten ein Projekt zuvor.

Der mit den Arbeiten betraute LBM (Landesbetrieb Mobilität) rief daher am Mittwoch zu einem Pressetermin an der Baustelle auf der B 423 (Ortseingang Rimschweiler, von Zweibrücken kommend). Die Nachrichten waren geeignet, die erhitzten Gemüter zumindest etwas zu besänftigen: „Wir liegen im Zeitplan. Das Ziel ist es, bis Ostern beziehungsweise bis zum Ende der Osterferien zumindest so weit fertig zu werden, dass der Verkehr wieder rollen kann“, sagte LBM-Chef Richard Lutz.

Am 13. Februar waren die Arbeiten gestartet. Für einige überraschend hatte der LBM zuletzt eine mögliche Dauer bis Anfang Mai genannt – das wären statt der zuvor genannten acht Wochen Bauzeit plötzlich zwölf Wochen gewesen.

Lutz stellte am Mittwoch klar, dass diese weiter gefasste Bauzeit den Hintergrund gehabt habe, „eine Reserve zu bilden“, man  habe auch vermeiden wollen, das komplexe Auftragsverfahren wegen Fristüberschreitungen erneut in Gang setzen zu müssen. „Diese Reserve haben manche in den falschen Hals bekommen“, sagte Lutz. Es sei nie darum gegangen, kurz auf knapp plötzlich viel länger bauen zu wollen als zuvor in Aussicht gestellt.

Es sei übrigens gut, dass man Anfang des Jahres (als ursprünglich begonnen werden sollte), noch etwas abgewartet habe; auch wenn am Mittwochmorgen nochmals Schnee fiel, so sei doch die Witterung mittlerweile besser, die Arbeiten gingen zügiger voran als dies noch kurz nach Neujahr möglich gewesen wäre.

Stephan Bartenbach, Fachgruppenleiter Straßenbau beim LBM, ging detailliert auf den aktuellen Stand ein: Die Erdarbeiten am Hang, seitlich des zu errichtenden Fahrbahnteilers, seien weit fortgeschritten, Betonwinkel-Stützen zur Stabilisierung des Hanges geordert.

Bartenbach sagte, die Arbeiter würden durchaus auf Überraschungen in der Erde stoßen. So habe man „ein Kabel entdeckt, von dem niemand wusste, wem es gehört“; dieses „im Nirgendwo endende Kabel“ unterhalb des Hangs gehöre nicht der Telekom, das habe diese nach einer Prüfung verneint.

Rätselraten also bei so manchem Fund in der Erde. Wenn es nun demnächst an die Straße selbst geht, könnten hier auch noch Überraschungen im Untergrund auftauchen, schätzt Bartenbach.

Thorsten Sefrin vom Bauunternehmen Peter Gross sagte, an der Baustelle werde mit großer Zielstrebigkeit gearbeitet. Er bestätigte die Aussage des LBM, im Zeitplan zu liegen. Sefrin wies daraufhin, dass man eigentlich zwei Tage zurückhänge. „Aber das haben wir über Fasching aufgeholt.“ Es sei nicht üblich, bei solchen Projekten an Fasching zu arbeiten, betonte er.

Die Gemüter der Einwohner, die lange Umwege  fahren müssten, hätten sich inzwischen beruhigt, schilderte er seine Beobachtungen. Auch, wenn es immer wieder einmal zu kuriosen Begegnungen komme: So würden manche Einwohner ihre Kamera zücken und die Arbeiter fotografieren – für die es sicher eher ungewohnt ist, als Fotomodell zu posieren. Aber Geschimpfe von Autofahrern gebe es glücklicherweise kaum mehr.

Klaus Fuhrmann, als Ortsvorsteher Vorsitzender des Ortsbeirates von Rimschweiler, zeigte Genugtuung darüber, dass die Arbeiten ordnungsgemäß laufen und alles ohne Fallstricke vorankommt. Doch weiß auch Fuhrmann ein Lied davon zu singen, wie sehr das Bauprojekt viele Mitbewohner erregt. „Ich kann kaum sagen, wie oft ich in den vergangenen Wochen darauf angesprochen worden bin“, erklärt er.

Immer wieder werde er gefragt, ob nicht in naher Zukunft auch am anderen Ende von Rimschweiler ein Fahrbahnteiler kommen werde – mit dann wieder wochenlangen Sperrungen. Fuhrmann sagte, das sei nicht geplant. „Die Raserei durch den Ort – das haben wir hauptsächlich am Ortseingang von Zweibrücken kommend“, sagte er. Auch, wenn Messungen gezeigt hätten, dass durchaus auch Bürger aus Richtung Hornbach aufs Gaspedal treten würden.

Fuhrmann sagt, dass der Radweg entlang von Rimschweiler zuletzt widerrechtlich von Autofahrern genutzt wurde, um die Umleitung zu vermeiden; die einengenden Betonklötze, die das unterbinden sollten, seien zuvor umgestoßen worden. Diese Wildwest-Manier schmeckt Fuhrmann nicht. Nach Warnungen der Polizei sei dieses Gebaren von Autofahrern nun unterblieben; doch würden nun einige Biker hier abkürzen, sie kommen problemlos zwischen den Betonklötzen durch.

Fahrbahnteiler für Rimschweiler: Bis Ostern soll alles stehen
Foto: Mathias Schneck

Des einen Leid ist des andern Freud: Fuhrmann meint – nachdem er vorausschickt „Ich darf das eigentlich gar nicht sagen“ – dass Anwohner der Vogesenstraße ihm gesagt hätten, die Baustelle komme ihnen gar nicht so ungelegen. Jetzt hätten sie endlich einmal etwas Ruhe.

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