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Facco geht im Kutschenstreit der Gaul durch

Facco geht im Kutschenstreit der Gaul durch

Zweibrücken. Im Streit um Kutschfahr-Auflagen mit dem Ordnungsamt hat Hobby-Kutschfahrer Werner Euskirchen einen Fürsprecher gefunden. Werbegemeinschafts-Chef Mario Facco nennt das Verhalten der Behörde "nicht nachvollziehbar". "Euskirchen ist doch niemand, der dem Pferd vom Hintern abgefallen ist. Er ist ein Bürger der Stadt, der sich sehr für sie engagiert

Zweibrücken. Im Streit um Kutschfahr-Auflagen mit dem Ordnungsamt hat Hobby-Kutschfahrer Werner Euskirchen einen Fürsprecher gefunden. Werbegemeinschafts-Chef Mario Facco nennt das Verhalten der Behörde "nicht nachvollziehbar". "Euskirchen ist doch niemand, der dem Pferd vom Hintern abgefallen ist. Er ist ein Bürger der Stadt, der sich sehr für sie engagiert. Da muss man so schnell wie möglich alle Fünfe gerade sein lassen. Ich kann dieses Gehampel nicht nachvollziehen."Hintergrund des Zwists: Die Behörde hat von Euskirchen ein Kutschen-Tüv, eine Haftpflichtversicherung und einen Nachweis für den richtigen Umgang mit Pferden angefordert (wir berichteten). Nur dann gibt's die Ausnahmegenehmigung, ohne die er nicht durch die Fußgängerzone, den Schloss- oder Herzogplatz fahren darf.

Weil er das doch immer wieder gemacht hat, hat er schon vier Knöllchen à 15 Euro kassiert, die er nicht zahlen will. Er und auch das Ordnungsamt wollen es auf einen Prozess ankommen lassen. Gestern beharrte Euskirchen, der die Ehrenamtlichkeit seiner Fahrten betont, darauf, dass er alle Auflagen erfülle. Warum hat er sie dann noch nicht beim Ordnungsamt vorgelegt? Euskirchen verweist darauf, dass er eine entsprechende Versicherung schon habe. Weiter sagt er, dass die Tierärztin, die die artgerechte Haltung und Unterbringung des Pferdes im Landgestüt prüfen soll, auf Monate überlastet sei. Auch sei ein Kutschen-Prüf-Buch beim Tüv veranlasst, brauche aber einige Zeit. All das wisse die Verwaltung auch, habe aber eine Fristverlängerung abgelehnt.

Für Mario Facco jedenfalls wäre es "eine Katastrophe", wenn Euskirchen nun die Lust an seinen Kutschfahrten verliert, die er als Werbegemeinschaftsmitglied etwa im Rahmen von verkaufsoffenen Sonntagen durchführe. Ein Ersatz, der Zeit, Material und sein Geld hierfür einsetze, sei nicht in Sicht. Facco appelliert: "Man muss um jeden froh sein, der sich engagiert. Die meisten maulen und schimpfen doch nur und sind mit nichts zufrieden. Werner Euskirchen ist dagegen sehr motiviert. Mit solchen Leuten darf man es sich doch nicht vergrämen." Sonst suche man in der Stadt der Rosen und Rossen bald neben den Rosen auch die Rosse vergeblich. Er zeigt sich sicher, dass die Stadt mit gutem Willen auch eine Lösung finden könnte. "So wie bei der 650-Jahr-Feier. Da war plötzlich auch vieles möglich, was vorher ausgeschlossen war", so Facco.

Als Beispiele nennt er Änderungen der Verkehrsführung, Standgrößen, Verbauen der Rettungswege, Herumstehen von "Zehntonnern in der sonst heiligen Platenenallee". Seine Hoffnungen setzt er in Oberbürgermeister Kurt Pirmann: "Ich habe eine sehr hohe Meinung von ihm und glaube, dass er das Problem mit einem Augenzwinkern regelt." Pirmann zeigte sich gestern allerdings nicht in Zwinkerlaune: "Gesetze kann man nicht mit einem Augenzwinkern regeln." Anders als bei dem Streit zwischen Ordnungsamt und UBZ (wir berichteten) über Sondernutzungsgebühr für Baucontainer auf der Lanzbrücke werde er diesmal kein Machtwort sprechen. Er begrüße den Idealismus von Werner Euskirchen, finde es "schön, wenn er Kutsche fährt, aber das muss im Rahmen dessen sein, was die Gesetzgebung hergibt". Lege Euskirchen die Unterlagen vor, werde ihm die Ausnahmegenehmigung erteilt. ek

"Ich kann dieses Gehampel nicht nach-

vollziehen."

Mario Facco