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Experte warnt vor illegalen Böllern

Experte warnt vor illegalen Böllern

Die Zweibrücker wollen es an Silvester wieder richtig krachen lassen. Voll im Trend liegen nach Angaben des Verbands seit einiger Zeit die Verbundfeuerwerke. Sie müssen nur einmal angezündet werden, wie Pyrotechniker Wolfram Kohl erklärt.

Zischende Raketen , knisternde Sternenpracht und dröhnende Kanonenschläge: Silvester wird in Zweibrücken wohl wieder bunt und laut. Heute beginnt in den Läden der Verkauf der Feuerwerkskörper. Die Hersteller setzen wie schon seit einigen Jahren besonders auf sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke. Sie tragen Namen wie Death Valley, Tiger Head oder Big Bully. Einmal angezündet, fackeln sie eine halbe Minute oder länger ein Feuerwerk mit unterschiedlichen Knall-, Knister- und Leuchteffekten ab. "Das ist schön bequem, man hat viel Spaß und wenig Arbeit", sagt der Zweibrücker Pyrotechniker Wolfram Kohl, der im nächsten August das 180-jährige Bestehen seines bekannten Traditionsunternehmens feiert.

Batterien würden zwar inzwischen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche ausmachen, doch die klassischen Raketen seien beliebt wie eh und je. "Sie sind für viele Menschen immer noch das Symbol für Silvester schlechthin", sagt der Pyrotechniker. Bei den Farben hätten die Hersteller im Laufe der Zeit zwar alles ausprobiert, doch am beliebtesten blieben Gold, Silber, Grün, Blau, Rot und Violett. Es würden aber auch Buchstaben und Zahlen an den Himmel gezaubert. Bei den Soundeffekten gebe es noch Spielraum für neue Varianten.

Kohl warnt davor, beim Feuerwerk auf in Deutschland verbotene Importe zu setzen. Im Ausland seien die Böller oft billiger und die Handelsvorschriften auch lockerer. So dürften Feuerwerksartikel in Belgien deutlich mehr Schwarzpulver enthalten als hierzulande. Die meisten illegalen Böller kämen aus Polen oder Russland nach Deutschland. "Die Leute sollten Feuerwerk in Fachgeschäften, Supermärkten, Drogerien oder Baumärkten kaufen und nicht bei dubiosen Anbietern im Internet oder auf Flohmärkten", rät der Experte. Zudem sollten Kunden darauf achten, dass auf den Artikeln eine CE- oder BAM-Zulassungsnummer aufgedruckt ist.

"Der Erwerb und das Abbrennen des Silvesterfeuerwerks sind klar geregelt", erklärt der 77-Jährige. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren dürfen nur Feuerwerkskörper der Klasse 1, wie kleinere Wunderkerzen und Knallerbsen, kaufen. Feuerwerkskörper der Klasse 2, wie beispielsweise Raketen und China-Böller, gelten als Kleinfeuerwerk und dürfen nur an Personen über 18 Jahren abgegeben werden.

Bis zum Abfeuern sollten die Artikel sicher vor dem Zugriff von Unberechtigen aufbewahrt werden. Erlaubt ist die Knallerei nur von Silvester , 16 Uhr, bis zum Neujahrsmorgen, acht Uhr. Kohl selbst, der im Jahr über hundert Feuerwerke zündet, wird auch am 31. Dezember wieder im Einsatz sein. Diesmal sorgt er für das Lichterspektakel in Bad Dürkheim. Sein Sohn Thomas zündet das Feuerwerk an der Zweibrücker Fasanerie.