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Evanglisches Krankenhaus informierte über Reanimation

Evanglisches Krankenhaus informierte über Reanimation

In einer einwöchigen Aktion hat das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken über Wiederbelebung informiert. Am Freitag hat sich auch der Schirmherr, Oberbürgermeister Kurt Pirmann, am Patientensimulator versucht.

"Es ist wichtig und es ist einfach", sagt Dr. Marc Wrobel, Anästhesie-Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken . Wenn eine Person bewusstlos zusammenbreche, müsse man reanimieren. "Ohne Kreislauf nimmt das Gehirn nach drei bis fünf Minuten irreversiblen Schaden. So schnell kann der Rettungsdienst meist nicht da sein."

Viele Menschen hätten allerdings eine Hemmschwelle, Hand an andere zu legen. Um diese abzubauen, hat das Krankenhaus in der gesamten Woche über Reanimation informiert und sich damit der Initiative "Ein Leben retten" vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten und Partnern angeschlossen. Nachmittags lief die Aktion im Krankenhausfoyer, vormittags in der Hallplatzgalerie. So auch am Freitagmorgen: Wrobel kniet über einem Patientensimulator, presst ihm seine Handballen auf die Brust und drückt fest und schnell zu. 100 Mal pro Minute müsste er das im Ernstfall machen. "Zum Takt von ‚Staying Alive' von den Bee Gees geht das ganz gut", erklärt er und scherzt nicht: Es gebe eine Liste von Liedern mit Wiederbelebungs-Rhythmus, erklärt seine Kollegin vom Pflege-Sekretariat, Simone Schiel.

"Kann es passieren, dass ich der Person eine Rippe breche?", fragt einer der Passanten, die vor der Szene stehen geblieben sind. Wrobel nickt. Aber der Patient sei ja in dem Moment tot, man könne seine Lage also nur verbessern. Auch der Schirmherr der Aktion, Oberbürgermeister Kurt Pirmann, schaut zu und wagt sich schließlich selbst an den Simulator. Er kennt sich bereits aus, auch mit der Anwendung des Defibrillators, den Wrobel ebenfalls vorstellt. Diese Geräte, die Stromschläge versetzen können, hingen nämlich in allen öffentlichen Gebäuden der Stadt, erklärt Pirmann. Das Engagement des Krankenhauses begrüße er, vor allem, weil es damit in die Stadt, in die Öffentlichkeit gehe: "Man muss den Leuten die Schwellenangst nehmen, das ist das Wichtigste." Wrobel glaubt, dass dies vielfach gelungen ist: "Es hat sich gelohnt."