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„Evangelisches“: Gensch nimmt Landeskirche und LVIM ins Gebet

„Evangelisches“: Gensch nimmt Landeskirche und LVIM ins Gebet

Zu ihrer Verantwortung gegenüber den Krankenhausmitarbeitern hat CDU-Kreis- und Fraktionschef Christoph Gensch die Landeskirche ermahnt. Vor allem Richtung Oberkirchenrat Manfred Sutter fand er kritische Worte.

Der CDU-Kreis- und Fraktionschef und neue Zweibrücker Landtagsabgeordnete Christoph Gensch nimmt in einem offenen Brief den Präsidenten der Evangelischen Landeskirche, Christian Schad, und den beim Evangelischen als Verwaltungsratschef des Trägers LVIM (Landesverein für Innere Mission in der Pfalz) in Verantwortung stehenden Oberkirchenrat Manfred Sutter ins Gebet. "Wie sich in dieser Situation der Landesverein für Innere Mission und die Evangelische Kirche der Pfalz hier vor Ort präsentieren, enttäuscht mich und macht mich ein Stück weit fassungslos." Er sei wütend über den Umgang mit langjährigen Mitarbeitern. Gensch arbeitete dort ab Oktober 2014 als Arzt selbst in mehreren Stationen, etwa Notaufnahme und Intensivstation, und habe "ein sehr fachkundiges, erfahrenes und gutes Pflegeteam" vorgefunden. "Ein medizinisches Qualitätsproblem, ein Versorgungsproblem vor Ort, hatte und hat dieses Krankenhaus nicht."

Infolge von "katastrophalen Beschlüssen der Unternehmensführung" habe man nun den Eindruck, "dass die Verantwortlichen das Krankenhaus nicht schnell genug loswerden können". Die Mitarbeiter verdienten eine "über das Normalmaß hinausgehende Unterstützung des Landesvereins und damit der Evangelischen Kirche." Daher fordert Gensch Sutter und Schad dazu auf, ihrer Verantwortung gegenüber den Klinik-Angestellten gerecht zu werden. Auch erinnerte Gensch daran, dass Sutter sich im Januar 2015 vor Mitarbeitern der Klinik in einer Rede klar zu deren Erhalt bekannt hatte. "Ich selbst kann mir den Landesverein ohne den Standort Zweibrücken und ohne das Evangelische Krankenhaus nicht denken", habe Sutter gesagt und appelliert, dem LVIM zu vertrauen. Das Krankenhaus habe manche Turbulenzen durchschritten und bei Neuausrichtungen mit Risiken und Nebenwirkungen seinen Weg gefunden. Sutter hatte 2015 gesagt: "Ich freu mich schon darauf - so Gott will und ich lebe - in zehn Jahren den 100. Geburtstag des ‚Evangelischen‘ in Zweibrücken mit zu feiern. Und dann geht's ins nächste Jahrhundert." Gensch angesichts dieser Worte Richtung Sutter und Schad: "380 Mitarbeiter haben dem Krankenhaus die Treue gehalten und ‚den neuen Wegen vertraut‘. Jetzt zeigen Sie den Mitarbeitern den neuen Weg."