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Evangelische Jugend Zweibrücken setzt sich für Nachhaltigkeit ein

Evangelischer Jugendtreff „s’Bonni“ : Köstliches aus geretteten Lebensmitteln

Lebensmittel vor der Tonne retten und daraus etwas Köstliches zaubern – diesen Ablauf stellen Engagierte von „Food-Sharing“ Zweibrücken und die evangelische Jugend aus dem „s’Bonni“ jetzt in einem selbst gedrehten Film vor.

Im „s’Bonni“, dem evangelischen Jugendtreff im Dekanat Zweibrücken im Bonhoeffer-Haus, herrschte vergangene Woche große Geschäftigkeit. Im Wohnraum wurde Gemüse geschnippelt, vegane „Käsesoße“ aus Cashewkernen und Hefepulver hergestellt, in der Küche Ofengemüse gegart, aus Joghurt, geriebenen Radieschen und Kresse ein Dip zu gebratenen Kräutersaitlingen kreiiert sowie Gemüsesoße zu Spaghetti gekocht. Das Besondere daran: Alle Lebensmittel, inklusive der blumigen Tischdekoration und den Kräutertöpfen, stammten aus dem Food-Sharing: Vor der Mülltonne geretteten Waren.

„Wir drehen einen Film im Rahmen der Aktion ‚Trendsetter – Weltretter’, die jedes Jahr in der Schöpfungszeit im September nachhaltig stattfindet“, erklärte Jugendreferentin Carmen Weygandt. „Trendsetter – Weltretter ist eine ökomenische Aktion, bei der es jedes Jahr um einen nachhaltigen Lebensstil geht.“

In diesem Jahr geht es vier Wochen lang um das Thema „Einfach anders Essen“, mit jeweils einem spezifizierten Unterthema pro Woche. In der ersten Septemberwoche stand das Motto „Zu gut für die Tonne“ im Mittelpunkt und schrie förmlich nach einer Kooperation mit dem Projekt „Food-Sharing“ Zweibrücken. Schließlich ist der erste sogenannte „Fair-Teiler“ im „s’Bonni“ eingerichtet und wird von den Jugendlichen dort gewissenhaft und engagiert betreut.

Sie waren sofort Feuer und Flamme für einen Werbefilm, der zeigt, wie „Food-Sharing“ funktioniert und was sich ebenso einfach wie köstlich aus den geretteten Lebensmitteln Essen zubereiten lässt. Ursprünglich hatte das Team rund um die beiden Initiatorinnen Ina Stenger und Yanna Lorrang einen Kochworkshop durchführen wollen, unterstützt von Veganerin Mira Cronauer. Corona kam dazwischen, doch mittlerweile sind die „Food-Saverinnen“ (Nahrungsretterinnen) begeistert von der Filmidee, da der Film langfristig informiert und inspiriert. Er zeigt von der Ankunft auf dem ökologischen Lastenrad von „ZW-vernetzt“-Initiator Stefan Paul über die Verteilung in den Fair-Teiler bis hin zur Zubereitung und dem Genuss alle Schritte auf, die mit Lebensmitteln passieren, die ohne das Engagement einfach in der Mülltonne gelandet wären.

So entstand aus einem kleinen Anteil daraus ein Festmenü für zwölf Personen. „Wir wollen transportieren, wie wichtig regionale, saisonale und ressourcenschonende Ernährung ist“, beschrieb Yanna Lorang. Carmen Weygandt betonte die generelle Wertschätzung für Anbau, Pflanzung, Pflege- und Erntearbeit bis hin zu Verpackung und Verkauf von Lebensmitteln, eine „gesamte Produktionskette mit vielen Einzelleistungen, die sonst einfach in die Tonne getreten würde“.

„Man kann oft noch gut verkochen, was man vielleicht roh nicht mehr essen möchte, und sei es zum Teil“, deutet Ina Stenger auf das, was in Gemeinschaftsarbeit „Tolles gezaubert“ wurde. Der Film richtet sich an junge Leute, weil diese noch nach ihrem persönlichen Stil suchten, an alle, die offen seien für Veränderung. Gewinner seien jeder Mensch selbst, die Sache (Trendsetter und Food-Sharing) sowie die Umwelt und die Zukunft aller.

Zu sehen ist der Film demnächst – sobald er geschnitten und vertont wurde – unter anderem auf dem Youtube-Kanal der evangelischen Jugendzentrale. Eine kleine Hoffnung verbindet die Gruppe zusätzlich damit: „Wenn uns jemand ein Lastenfahrrad sponsern wollte, wäre das eine feine Sache. Dann könnten wir die Lebensmittel gleich ökologisch ressourcenschonend abholen!“ Weitere Infos gibt es unter www.jugendzentrale-zw.de sowie den Facebook-Seiten „Food-Sharing“ Zweibrücken und der Evangelischen Jugendzentrale-Zweibrücken.

Außerdem warben die evangelischen Christen und Food-Saver für den Zukunftsfilm „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ über die fünf Themengebiete Wirtschaft, Energie, Landwirtschaft, Demokratie und Bildung. Gezeigt wird beispielsweise Gemüseanbau weltweit auf unter anderem Freiflächen in Städten. Präsentiert wird der Film von der Evangelischen Jugend am Freitag, 25. September, in der Karlskirche Zweibrücken, Karlstraße 1. Einlass ist ab 18 Uhr, die Teilnahme kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter evjuzezw@evkirchepfalz.de