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Organisatoren trotz Zuschauerrückgang zufrieden : Euroclassic bleibt eine feste Größe

Organisatoren trotz Zuschauerrückgang zufrieden : Euroclassic bleibt eine feste Größe

7601 Besucher wurden bei den 26 Veranstaltungen des grenzüberschreitenden Musikfestivals gezählt.

Mit 7601 Besuchern bei 26 Konzerten verzeichnete das Festival Euroclassic, das vom 2. September bis zum 28. Oktober stattfand, in diesem Jahr einen Rückgang von 700 Gästen. „Wir nehmen es in Kauf, dass auch einmal weniger kommen“, zog der Leiter des Pirmasenser Kulturamts, Rolf Schlicher, dennoch eine positive Bilanz des grenzüberschreitenden Musikfestivals. „Die Besucherzahl ist nicht der alleinige Maßstab.“ „Wichtig ist es, dass wir mit der Veranstaltung auch Nischen besetzen“, ergänzte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Jürgen Gundacker.

Der Projektleiter des Festivals, der Zweibrücker Kulturamtsleiter Thilo Huble, verdeutlichte am Beispiel von Helge Schneider wie ein Konzert die Zahl beeinflussen kann. „Da kamen vor einem Jahr allein 1500 Leute in die Westpfalzhalle. Mit den 7061 liegen wir im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.“ Auch die Bürgermeisterin von Blieskastel, Annelie Faber-Wegener, war bei der Abschlusspressekonferenz „positiv gestimmt. Das Festival ist eine feste Größe in der Region.“

Seit 1990 veranstalten die Städte Zweibrücken, Pirmasens, Blieskastel sowie die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land und Bitscher Land das Festival. „Wir sind froh, dass es das Festival gibt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bitscher Kulturvereins Cassin, Alexandre Aleksijevic. „Wenn wir das nicht machen, haben wir an der Stelle ein Vakuum.“

Projektleiter Huble beklagte trotzdem, dass einige Veranstaltungen in diesem Jahr „eine größere Aufmerksamkeit verdient“ gehabt hätten. Als Beispiele nannte er die Konzerte von Martin Stadtfeld und Iris Berben in der Zweibrücker Festhalle, zu dem insgesamt nur 359 Besucher kamen, oder des Calmus Ensembles und der Lautten Compagney Berlin zum Abschluss in der Pirmasenser Festhalle (250).

„Aber es gab auch wieder ausverkaufte Konzerte“, stellte Huble erfreut fest. Etwa die Konzerte von Al Di Meola sowie der SWR Big Band in der Zweibrücker Festhalle (je 650). Oder der „Dauerbrenner“, wie Faber-Wegner die A Cappella Nacht in der Blieskasteler Festhalle (450) nennt. Und das Jubiläumskonzert des Euroclassic-Festivalorchesters in der Pirmasenser Festhalle (770). „Das ist jedes Mal ein Hochgenuss, was die jungen Musiker, die eigens für das Festival zusammenkommen, nach drei Tagen Proben anbieten“, sagte Sonja Mäß vom Pirmasenser Kulturamt. Ausverkauft war auch das Eröffnungskonzert in der Schlosskirche Blieskastel (397).

Zudem wäre die Zahl noch höher gewesen, hätten die Bitscher die Nachmittagsveranstaltungen Le Concert Impromptu für 150 Schüler mitgezählt. Einige Musiker waren nach Angaben von Aleksijevic bereits morgens in der Schule und haben Kostproben gegeben. „Wir müssen die Kultur unter die Leute bringen.“ Auch darüber hatten die Vertreter der veranstaltenden Kommunen gesprochen. „Das Thema haben wir andiskutiert. Aber noch nicht vertieft“, sagte Huble. Mittelfristig werde vor allem überlegt, wie man junge Menschen für solche Konzerte begeistern könnte.

Ob es bereits im nächsten Jahr realisiert werden könne, ließ der Projektleiter offen. Auch wenn bei dem Treffen auch über Euroclassic 2018 geredet wurde. Huble wollte dabei detaillierte Programmpunkte aufgrund der laufenden Vertragsverhandlungen noch nicht nennen. Zwei Fixpunkte bleiben: Die A Cappella Nacht in Blieskastel und das Konzert des Euroclassic-Festivalkonzert in Pirmasens. In Pirmasens wird das Festival im kommenden Jahr eröffnet. Die Veranstaltung im September und Oktober wird sich dem Thema „Industrie – Kultur“ widmen.