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Erweiterung der FH ist diskussionswürdig

Erweiterung der FH ist diskussionswürdig

Sie ist eines d e r Objekte schlechthin, auf die die Rosenstadt stolz sein kann: die Fachhochschule. 1994 nahm sie die ersten Studenten auf. Seitdem ist die Hochschule Jahr für Jahr auf Wachstumskurs. Studierende aus ganz Deutschland und dem Ausland lockt sie mittlerweile auf den Kreuzberg. 736 Studierende haben sich für das Wintersemester 2010/2011 neu eingeschrieben - ein Rekord, wieder einmal

Sie ist eines d e r Objekte schlechthin, auf die die Rosenstadt stolz sein kann: die Fachhochschule. 1994 nahm sie die ersten Studenten auf. Seitdem ist die Hochschule Jahr für Jahr auf Wachstumskurs. Studierende aus ganz Deutschland und dem Ausland lockt sie mittlerweile auf den Kreuzberg. 736 Studierende haben sich für das Wintersemester 2010/2011 neu eingeschrieben - ein Rekord, wieder einmal.Doch diese glänzende Medaille hat noch eine zweite Seite. Die FH platzt ob des Ansturms aus allen Nähten. Hochschul-Präsident Konrad Wolf stellte diese Woche ein Modell vor, wie die Einrichtung erweitert werden könnte. Wolf und die Stadt hielten sich nach der nicht-öffentlichen Sitzung über Details bedeckt. Der springende Punkt ist natürlich das liebe Geld. Rund 2,4 Millionen Euro soll die Erweiterung kosten. Eine Menge Geld - für eine Stadt, die kein Geld hat. Die Stadt befürwortet die Erweiterung, fürchtet aber die finanziellen Risiken. Diese Furcht ist nicht unbegründet.

Denn was ist in zehn, 15 Jahren? Gibt es dann immer noch ein Raumproblem? Derzeit sind die Kapazitäten deshalb so eng, weil im Rahmen des Bologna-Prozesses Studienplätze finanziell durch die EU gefördert wurden. Dieses Programm läuft aus. Und: Viele der derzeit Studierenden sind "Studiengebühr-Flüchtlinge" aus dem Saarland. Was ist, wenn das Saarland die dort höchst umstrittene Gebühr kippt? Dazu kommt: Die demografische Entwicklung lässt ein Absinken der Studierendenzahlen erwarten. Viele Unwägbarkeiten, die gegen eine Erweiterung sprechen.

Es gibt aber auch harte Fakten, die dafür sprechen: Die FH behauptet sich im Wettbewerb mit den anderen Hochschulen der Republik sehr gut, in Vergleichen positioniert sie sich stark. Zu dieser Attraktivität tragen auch Solitäre wie der Studiengang Applied Life Sciences bei. Das ist ein Pfund. Heute. Und sicher auch in der Zukunft. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint die Erweiterung sinnvoll. Der Hauptausschuss sinnierte darüber, wie Bund und Land in die Finanzierung eingebunden werden können. Das ist unabdingbar. Wenn die neu zu schaffenden Seminarräume in multifunktionaler Gestalt gebaut werden und damit - falls es später zu viel Platz an der FH geben sollte - auch zu anderen Zwecken genutzt werden könnten, würde dies das Risiko einer Fehlinvestition zumindest mindern. Es gibt viele Fragezeichen. Es gibt viel Diskussionsbedarf . . .