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Flugplatzfest: Erstes Flugplatzfest des Aeroclubs Bexbach in Zweibrücken ein Erfolg

Flugplatzfest : Erstes Flugplatzfest des Aeroclubs Bexbach in Zweibrücken ein Erfolg

Das erste Flugplatzfest des Aeroclubs Bexbach in Zweibrücken wird trotz anfänglich schlechten Wetters zu einem Besuchermagneten.

Hätte Petrus bereits am Freitag und Samstag ein Einsehen gehabt und die Feinde des Flugsports, sprich Regen, Wind und Wolken, im Zaume gehalten, so hätte das 39. Flugplatzfest des Aero-Clubs Bexbach, auf dem Boden und in der Luft rund um den Zweibrücker Flugplatz wahrscheinlich neue Rekorde gebrochen. Die erste Version dieses Festes in Zweibrücken kam aufgrund einer Grundstücksproblematik in Bexbach zustande (wir berichteten).

Am Sonntag dann brachen die Wolken auf und genauso die Bevölkerung in Richtung Flugplatz. Ganz schnell füllten sich die Parkplätze und schon bald hatten die Gäste aus Nah und Fern einen kleinen Spaziergang in Richtung Festgelände vor sich. Das tat der Stimmung keinen Abbruch, freute man sich doch darauf, so war aus aller Munde zu hören, endlich mal wieder ein Flugspektakel und die Möglichkeit eines Rundfluges zu erleben. Das Rollfeld vor dem ehemaligen Terminal war denn auch gespickt mit Fluggeräten der unterschiedlichsten Art, die erstens besichtigt und zweitens zum Teil auch als Fluggelegenheit über die Heimat genutzt werden konnten. Eine Tombola bescherte einigen Gewinnern diese Möglichkeit, von der dann auch rege Gebrauch gemacht wurde. Leider war das für Samstagabend geplante Ballonglühen der Heißluftballons dem Regen zum Opfer gefallen und konnte nicht durchgeführt werden. Auch für Fallschirmsprünge, Segel- und Kunstflüge mussten die Wolkenlücken abgewartet werden, bis die Piloten an den Start gehen konnten. Dafür gab’s auch auf dem Boden viel zu sehen, von allen Ausstellungsstücken herausragend die DC3-Propellermaschine, bekannt auch als sogenannter „Rosinenbomber“.

Am Sonntag ging das Programm dann Schlag auf Schlag, mit Vorführungen und Starts von Propellermaschinen, Hubschraubern, Hochschleppen von Segelflugzeugen Gleitschirmfliegern, Fallschirmspringern und und und. Sogar die „L-39ZO Albatros“, ein zweisitziger Düsenjet, ging zwischendurch, viel bewundert an den Start. Claudia Zellhofer aus Nürnberg hatte ihrem Bekannten Ralf Amm einen Flug mit der Maschine per Internet gebucht. „Er hat schon immer von so was geschwärmt und jetzt soll es wahr werden“, verrät sie die Motivation für das großzügige Geschenk, bei noch etwas skeptischen Blicken des Beschenkten während des Ankleideprozesses. Helm auf, einsteigen und ab geht’s per Düsenstrahl zum 20-minütigen Rundflug über den Pfälzer Wald bis an den Rhein und zurück. Pilot Robert Blatt, eigentlich Inhaber einer Jagdschule in Perl, fliegt schon 30 Jahren privat und hat sich die einstrahlige Schulungsmaschine selbst vor 14 Jahren zugelegt. Seitdem bringt er Wagemutige pfeilschnell durch die Lüfte und macht, wenn’s gewünscht ist, auch mal eine Rolle dabei. Seine Maschine ist am Zweibrücker Flugplatz stationiert und kann dort auch direkt gebucht werden. Ralf Amm ist bei der Rückkehr fasziniert von den Kräften, die beim Flug auf den Körper einwirken. „Warm und heftig“, sein erster Kommentar und „fantastische Aussicht aus der Kanzel, auch beim fast unspektakulären Landevorgang“. Auch die Mitflieger in den kleineren Propellermaschinen waren fasziniert vom Flug über die Heimat. Sandra und Christian Weber aus Bottenbach konnten gar ihr Haus von oben fotografieren. „Als Modellflug-Begeisterter habe ich auch unseren Flugplatz bei Bottenbach erstmals aus neuer Perspektive gesehen“, freut sich Christian Weber. Während der zwölfminütigen Flugzeit in der DR 400 Regent mit Pilot Jürgen Scherer vom Aero-Club Bexbach hatten beide sehr viel Spaß. In 50 Minuten, so Scherer, sei sogar ein Flug bis zur Saarschleife, über den Stausee Losheim, den Bostalsee und ein tiefer Überflug über die Landebahn des Saarbrücker Flughafens möglich. In Zweibrücken sei es, wegen der tollen Bedingungen „absolut Klasse zu fliegen“, verrät er noch.

Auch dieser zweisitzige Düsenjet L-39ZO Albatros startete. Foto: bav
Diese DC3, ein sogenannter „Rosinenbomber“ stand an allen drei Tagen des Flugplatzfestes zum Bestaunen bereit. Flüge wurden damit nicht absolviert. Foto: bav
Claudia Zellhofer kam extra aus Nürnberg angereist. Sie hatte ihrem Bekannten Ralf Amm (rechts) einen 20-minütigen Flug mit dem Düsenjet spendiert. Foto: bav
Auch Simon Skorc mit Sohn Emilijan und Tochter Antonija hatten Spaß. Foto: bav
Rita und Uwe Stahl mit Enkel Anton kamen bereits am Freitag zum  Fest. Foto: bav
Die Hubschrauber-Rundflüge waren gefragt. Foto: bav

Ein Modellflugwettbewerb zeigte faszinierende Einblicke in den Kunstflug mit den Miniaturausgaben der Vorbilder, angetrieben mit Elektromotoren. Auch Kinder gingen an den Start – mit Wurfflugzeugen der leichten Art. Drumherum Musik, Getränke, Speisen und Ausstellungen von Polizei, THW und Feuerwehr. Eine gelungene Premiere des 39. Festes.