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Erster Flohmarkt in Corona-Zeit in Zweibrücken

Erster Flohmarkt in der Corona-Zeit in Zweibrücken : „Man kuckt mit den Augen, nicht mit den Fingern“

Nach monatelanger Corona-Zwangspause gab es am Sonntag wieder einen Flohmarkt in Zweibrücken – mit Hygieneschutz.

Am Wochenende gemütlich über den Flohmarkt schlendern, hier und da ein Schwätzchen halten, ansehen, anfassen, verhandeln, Schnäppchen machen und dazwischen vielleicht was zum Essen auf die Hand – all das war bis vor einigen Monaten noch völlig normal. Fast ein Stückchen nach Normalität fühlte es sich darum am Sonntag an, als auf dem Zweibrücker Schlossplatz und auf dem Alexanderplatz nach der coronabedingten langen Pause endlich wieder „getrödelt“ werden durfte.

Trotz Hoffen und Bangen waren bis dahin seit Ausbruch der Pandemie in Zweibrücken im Frühjahr alle Flohmärkte in der Rosenstadt gestrichen worden, umso erfreulicher war es, dass dieser nun stattfinden konnte, wenn auch fast schon außerhalb der üblichen Flohmarktsaison, dafür aber mit herbstlichen Temperaturen und ein wenig Sonne. Gemächlich ging es zu und zwischen weit auseinander platzierten Händlern aus der gesamten Region fanden sich auch Flohmarktbesucher in überschaubarer Menge.

„Normal“ war es aber natürlich trotzdem nicht, das konnten Besucher und Händler schon am Eingang zum Flohmarkt sehen. „Bitte Abstand halten! Maskenpflicht“, hieß es dort, trotz Aufenthalt im Freien. Die meisten gingen dieser Aufforderung auch nach. Aber wie allzu oft gab es aber auch hier diejenigen, die lieber diskutierten.

„Es sind wenige Besucher hier, bisher ist es sehr mäßig“, fand kurz vor Mittag ein Aussteller aus Pirmasens (will nicht namentlich genannt werden). Seit Pfingsten nimmt er wieder an Flohmärkten in der Region teil. „Es sind kleinere Märkte mit weniger Besuchern, aber besser als nichts.“ Ryta Drumm aus Homburg war ebenfalls als Händlerin nach Zweibrücken gekommen. Sie war mit den Vorgaben seitens der Veranstalter absolut einverstanden: „Ich möchte hier nicht ohne Maske stehen, ich fühle mich damit sicherer“, erzählt sie. Sorgen um ihre Gesundheit macht sie sich trotz steigender Infektionszahlen aber keine. Hinter ihrem Verkaufstisch hat sie genug Abstand zu den Besuchern und wer keine Maske trägt, den macht sie auch gerne darauf aufmerksam. Eine gewisse Angst bei den Besuchern meint sie hingegen teilweise schon zu spüren – sowohl anhand weniger Besucher als auch im direkten Kontakt. Ina Meyer aus Homburg ist froh, dasswieder getrödelt werden kann. Das Risiko für sich als Besucherin findet sie überschaubar. „Ich denke, wenn jeder genug Abstand hält, seine Maske trägt und auch nicht alles anpackt, kann hier im Freien ja nicht wirklich etwas passieren. Und wie hieß es früher so schön: Man kuckt mit den Augen, nicht mit den Fingern.“

Der nächste Flohmarkt ist am 22. November, 11 bis 17 Uhr, wieder auf dem Schlossplatz und Alexanderplatz.