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Erinnerungskonzert für Sacha Lamotte

Benefiz auf dem Ernstweilerhof : Erinnerungskonzert rührt zu Tränen

Am Samstag setzten Zweibrücker Musiker ihrem erstochenen Kameraden ein musikalisches Denkmal.

Es ist schon eine tiefe Kerbe, die der gewaltsame Tod von Sacha Lamotte in die Herzen vieler Zweibrücker geschlagen hat. Dies war spürbar beim großen Benefizkonzert auf dem Ernstweilerhof, das von 16 bis 22 Uhr dauerte und an dem neun Bands teilnahmen.

Vor allem die emotionale Rede von Lamottes Mitmusiker und bestem Freund Andreas Maurer berührte viele der Anwesenden tief. Da floss noch die ein oder andere Träne, als Maurer hervorhob, welch guter Mensch sein Freund Sacha gewesen war. Dies sei ihm aber in der bisherigen Berichterstattung über die Tragödie nicht genug gewürdigt worden, meinte er. Zum Teil hätte es gehießen, dass Lamotte betrunken war, die Tür eingetreten habe und der Täter aus Notwehr gehandelt habe. Maurer berichtete, das Lamotte ihn in der Tatnacht geweckt habe, weil er sah, dass der Täter seine Mutter verprügelt. „Sacha war ein guter Kerl und wollte nur helfen“, sagte Maurer.

Überall, wo man sich umhörte, wurde der Verstorbene ganz genau so beschrieben. „Er war einfach beliebt bei allen Leuten. Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt, der so beliebt war“, sagte etwa der Wirt der Musikkneipe Hobbit, Peter Staufer. Ein Bekannter Lamottes wie Bernd Stache meinte, er könne sich nicht vorstellen, dass Sacha in der Tatnacht nicht helfen wollte. Staches Frau Kirsten sah ihn noch beim letzten Auftritt von Lamottes und Maurers Band Auszeit in Birkweiler beim Weinfest: „Er hat mich dort noch in den Arm genommen. Wir haben uns nicht oft gesehen, aber immer wieder regelmäßig. Es war ein sehr authentischer, liebevoller Mensch.“ Das Ehepaar Eva und Bernd Hartfelder kannte Lamotte ebenfalls: „Für uns ist es jetzt wichtig, dass wir für den Sacha eine Lobby sind, die ihn als Menschen richtig darstellen: Das war ein ganz toller, guter Mensch.“

Musikalisch war das Konzert ebenfalls eine tolle und lange nicht mehr erlebte Sache: „Das war wie früher die Festivals. Total unterschiedliche Musik, aber alles in guter Qualität“, meinte Michel Wack, der mit seiner Tam Tam Trommelgruppe einen Teil des Programms bestritt. Jemand habe zu ihm gesagt: Warum macht man das erst, wenn jemand gestorben ist? Schöner wäre es doch, man veranstaltet so etwas, wenn die Leute noch leben, meinte Wack.

Lamotte hätte es zu Lebzeiten bestimmt gut gefallen, gerade als der Anfang des Abend noch von eher akustischer Musik bestimmt war.  „Das war das, was der Sacha geliebt hat“, meinte Andreas Maurer. So etwa, als Lotti und Jake Country und Western-Musik spielten, Lucky Random ihre Rock-, Pop- und Countrysongs, das Akustik-Duo Double Shot unter anderem Irish Folksongs und der Singer/Songwriter Memphis eigene Lieder.

Gegen Ende kamen dann Tony Dancer and the Negative Nancies mit ihren eigenwilligen Coverversionen alter Hits auf die Bühne, rockten Plan B den Ernstweilerhof und machten The last Gunslingers mit ihren Rockabilly-Sound gute Stimmung. Der Abschluss war dann der Hubbert House Band vergönnt: Mit vielen bekannten Coversongs wie „Zombie“, „Valerie“, „Stairway to Heaven“ oder „Sex on Fire“ brachte das Quartett die verbliebenen Gäste noch mal in Wallung.

Das genossen auch die Freundinnen Eva und Erika, beide Erzieherinnen. „Ich war seit Dezember nicht mehr weg“, sagte Eva, die nicht genug von der Livemusik bekommen konnte und von 16 Uhr bis zum Schluss dabei blieb. Klar, dass sich so ein Festival ohne den Benefizcharakter unter Corona-Bedingungen (es waren maximal 280 Zuschauer zu gelassen) niemals gerechnet hätte. Doch so konnte noch mal Geld eingesammelt werden für die Unterstützung von Lamottes Kindern. Insgesamt 20 000 Euro sind jetzt zusammengekommen.