Erinnerung an emotionale Stunden

Das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken steht vor dem Aus. Ein Umstand, der auch auf der Facebook-Seite des Merkur Wellen schlägt. Wir haben Reaktionen zusammengetragen.

Der Merkur hat gestern auf seiner Facebook-Seite gefragt, wie die Nutzer zur Situation des Krankenhauses stehen, wo sie Rettungschancen sehen, welche Alternativnutzung ihnen einfallen würde, welche Erinnerungen sie mit dem Haus verbinden. Vor allem haben viele dort ihr(e) Kind(er) zur Welt kommen sehen. Benjamin Schneider etwa: "Meine beiden Söhne wurden dort geboren. Für mich zwei der emotionalsten Momente in meinem Leben." Ähnlich wie bei Jessica Luxenburger: "In diesem Krankenhaus wurde mein Sohn vor drei Jahren geboren. Die schönste Erinnerung meines Lebens. Mit der Schließung nimmt man mir einen Teil meiner Erinnerung."

Petra Hahns jüngste Tochter erblickte dort 1995 das Licht der Welt: "Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und betreut mit 30 Stunden Wehen."

Auch Bianca Doster erinnert sich an "die wunderbare Geburt meines Sohnes und eine Operation. Ich war immer sehr gut aufgehoben." "Die freundlichen Hebammen und Ärzte" lobt auch Silvia Mauß, die mit dem Haus verbinde, dass "alle meine Kinder dort zur Welt gekommen sind". Esther Ali Abdelhak beschreibt, dass sie dort drei Kinder geboren habe: "Im Altbau, während der Renovierung und im Neubau." Ein Bekannter sei zurzeit dort: "Er ist traurig, entsetzt, wo er jetzt hin soll, wenn er wieder krank ist."

Meike Knerr verbindet die Themen Geburt und Evangelisches Krankenhaus sogar in doppelter Hinsicht: "Ich wurde vor 27 Jahren dort, recht spektakulär, geboren und es war immer mein Wunsch, dort auch mein Kind zu entbinden. Dies wird dann wohl leider nicht der Fall sein, wenn das Krankenhaus geschlossen werden soll."

Maya Kees schreibt: "Ohne das Evangelische Krankenhaus wäre meine Tochter heute nicht bei uns. Und meinem Mann hat Dr. Schwämmle RIP das Bein vor der Amputation gerettet. Das Krankenhaus und sein hervorragendes Personal wird sehr fehlen."

"In diesem Krankenhaus wurde meinem Mann das Leben gerettet", schreibt Susanne Brehmer und ergänzt: "Ich bin mir nicht sicher, ob das überall so geklappt hätte."

Thomas Ralf Will erinnert sich, dass sein Bruder im Krankenhaus nach schwerer Krankheit starb: "Ärzte und Personal waren bis zuletzt immer da und haben ihm seine letzten Stunden weniger schwer gemacht." Will findet, "die beiden Krankenhäuser hätten mehr kooperieren müssen, anstatt aufzurüsten. Die beiden Kirchen sollten, wenn es darauf ankommt, zusammenarbeiten."

Nachdenkliche Töne schlägt Marc Wetzstein an. Er könne sich Zweibrücken ohne das Krankenhaus schwer vorstellen: "Unsere beiden Kinder sind dort geboren und somit die ersten echten Zweibrücker in der Familie, wie es im Moment aussieht auch die Letzten." Er hoffe auf eine Lösung, "bei der nicht nur das Personal die Rechnung bezahlen muss". Kai Harstick meint, dass der Saar-Pfalz-Raum die Klinik benötigt: "Es kam schon oft genug vor, dass wegen einer plötzlichen Grippewelle etc. fast kein Platz mehr zu finden war in beiden Zweibrücker Krankenhäusern." Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, die "über viele Jahre hinweg versagt haben. Das Personal von diesem Haus wurde hingehalten. Jede Schwester jeder Pfleger dort hat gekämpft und kann erhobenen Hauptes von sich sagen er hat nichts unversucht gelassen und immer einen super Service den Patienten zukommen lassen."

Heribert Kiel würde interessieren "welches Gewicht unsere Einwände zu dieser Schließung haben". Auch wäre es ihm wichtig zu erfahren, wie die Bürger selbst dazu stehen: "Bei vielen war das Krankenhaus sicherlich auch ein Lebensabschnitt."