1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Entscheidung über Weiher vertagt

Entscheidung über Weiher vertagt

Zweibrücken. An heißen Sommertagen trübten Gerüche aus dem Weiher die Idylle im Zweibrücker Rosengarten. Grund: Auf dem Seeboden hat sich eine 30 bis 70 Zentimeter dicke Schlammschicht gebildet. Das Wasser ist deshalb flach, Algen wachsen, es stinkt. Dieses Problem will das Bauamt im Winterhalbjahr abstellen - indem die 3500 Kubikmeter Schlammmassen weggebaggert und abgesaugt werden

Zweibrücken. An heißen Sommertagen trübten Gerüche aus dem Weiher die Idylle im Zweibrücker Rosengarten. Grund: Auf dem Seeboden hat sich eine 30 bis 70 Zentimeter dicke Schlammschicht gebildet. Das Wasser ist deshalb flach, Algen wachsen, es stinkt. Dieses Problem will das Bauamt im Winterhalbjahr abstellen - indem die 3500 Kubikmeter Schlammmassen weggebaggert und abgesaugt werden. Zuletzt war dies vor 27 Jahren geschehen, doch der Bleicherbach transportiert Sedimente und Laub in den Weiher. Auch die marode Uferbefestigung soll erneuert werden. Mit diesem vom Bauamt vorgestellten Plan war der Bauausschuss gestern zwar grundsätzlich einverstanden. Trotzdem wurde die Entscheidung vertagt. Denn die Verwaltung hatte zwar drei Uferbefestigungsvarianten vorgestellt, von denen die billigste (senkrechte Holzbohlen und -pfähle) eindeutig mehr Anklang fand als mit Steinschutt gefüllte Drahtkörbe oder Steinquader. Doch dann brachte Uwe Kretzschmar (CDU) eine ganz andere Variante ins Gespräch - Schotter: "Das haben schon die Römer gemacht, das hält Jahrhunderte." Eine schräge Uferbefestigung sei auch naturnäher. Dies bekräftigte Walter Rimbrecht (SPD): "Für Kleinlebewesen ist ein senkrechtes Ufer nicht optimal." Bauamtsleiter Gebhard Morscher erläuterte, warum Schotter nicht als Variante vorgeschlagen wurde: "Wir sind davon ausgegangen, dass der Charakter des Weihers mit einem klar abgegrenzten Übergang in den Garten erhalten bleiben soll. Eine Abböschung würde optisch zu einem anderen Ergebnis führen." Die Warnung vor einer Verschilfung schreckte Hanne Stauch (FDP) nicht. Auch Kurt Dettweiler (FWG) forderte: "Man muss zwingend die Kosten für eine Schotterbefestigung prüfen."Der Ausschuss folgte dem Vorschlag von Bürgermeister Heinz Heller (SPD), "Aussehen und Kosten einer Schotterlösung zu prüfen". Wobei Heller zu bedenken gab: "Rosengärten sind keine Naturparks, sondern künstlich angelegte Gärten. Da muss nicht alles naturnah sein." Geprüft wird auch die Anregung von Dirk Schneider (SPD), Schlamm-Abfangcontainer einzubauen. Denn von den Sanierungskosten (mit Holzverbau 275 000 Euro) entfällt der Großteil auf die Entschlammung (148 000 Euro).Zweibrücken. "In der Zweibrücker Deponie im Rechenbachtal werden mineralische Abfälle angelagert", hatte Werner Boßlet, Vorstand des Entsorgungsbetriebs (EBZ), schon eine Antwort der Grünen Liste beantwortet (wir berichteten). In der heutigen Stadtratssitzung, 17 Uhr im Rathaus, wird der EBZ eine umfangreichere Antwort vorlegen. Die Grüne Liste beantragt zudem eine punktuelle Reinigung der Fußgängerzone. Die CDU fordert den kostenlosen Besuch des Rosengartens für Schüler im Rahmen des Schulunterrichts. Die Fraktion der Linken beantragt, dass sich die Stadt über das Dormagener Modell informiert. Dieses beschäftigt sich mit dem Schutz der Kinder. Die FDP möchte beraten, ob zwei Einzelhandelsbetriebe am Etzelweg und in Niederauerbach ihre Standorte verlagern und sich vergrößern können. Beraten wird auch über den Bebauungsplan für den neuen Kindergarten auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei. sf

Zweibrücken. Schon länger werden in der Hilgardschule bis 14 Uhr Kinder betreut und nachmittags Sport-AGs angeboten. Insofern ist der Antrag nach einer Ganztagsschule nur eine Fortsetzung des eingeschlagenen Weges, erklärte der Schulleiter Christian Weppler (Foto: pm). Bei einer Elternbefragung hatte sich mehr als die Hälfte für eine Ganztagsschule ausgesprochen. "Das Kollegium hat mit den Schulgremien auch das notwendige pädagogische Konzept entworfen." Es beinhaltet Hausaufgabenhilfe, individuelle Förderung, das Heranführen an sinnvolle Freizeitaktivitäten, Stärkung der Sozialkompetenz sowie eine Öffnung zu außerschulischen Partnern. Die Stadt muss als Schulträger dem Antrag der Schule zustimmen. Die Entscheidung obliegt der Schulbehörde. sf "Ein Rosengarten ist eine künstliche Anlage."

Heinz Heller