Energiesparen mit Hindernissen

Zweibrücken. Städte wie Mainz, Trier oder Pirmasens machen es vor: Sie haben haben Projekte gestartet, um den effizienteren Umgang mit Energie zu fördern (wir berichteten). In Zweibrücken gibt es zwar auch viele Stimmen, die mit Ideen und Sachverstand den Status quo in Sachen Energienutzung verbessern wollen

Zweibrücken. Städte wie Mainz, Trier oder Pirmasens machen es vor: Sie haben haben Projekte gestartet, um den effizienteren Umgang mit Energie zu fördern (wir berichteten). In Zweibrücken gibt es zwar auch viele Stimmen, die mit Ideen und Sachverstand den Status quo in Sachen Energienutzung verbessern wollen. Doch trotz eines Beschlusses des Stadtrats im Jahr 2007, ein Energie-Nutzungskonzept in Auftrag zu geben, sind in der Rosenstadt nur vereinzelt Maßnahmen umgesetzt worden. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, Dirk Schneider (Foto: pm), brachte seinerzeit den Antrag im Stadtrat ein. Detailliert beschrieb er Einsparpotenziale und forderte, eine Verbrauchsanalyse für Zweibrücken zu erstellen, um den Energieverbrauch erfassen zu können. "Bis heute wurde dieser einstimmige Beschluss des Stadtrats nicht umgesetzt", sagt er. Auch der Vorschlag seiner Partei, am Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung 2008" teilzunehmen und entsprechende Änderungen im Stadtbild zu veranlassen, wurde damals im Stadtrat begrüßt. "In der Stadtverwaltung wird die Nichtumsetzung bis heute damit begründet, dass die Anmeldefrist für den Wettbewerb noch laufe", empört er sich. Dem Zweibrücker Baudezernenten Kurt Dettweiler ist dieser Beschluss zwar bekannt, er weist in dem Zusammenhang aber darauf hin, dass schon vieles passiert sei. "Bei Restaurierung oder Neubau städtischer Gebäude achten wir darauf, moderne und effiziente Technik zum Einsatz zu bringen", sagt er. Beispiele seien die städtischen Verwaltungsgebäude, in denen Bewegungsmelder dafür sorgten, dass Lichter ausgingen, wenn sich länger niemand mehr in einem Raum aufhalte. Gut isolierte Fensterdichtungen sorgt für Effizienz beim Heizen. "Solche Vorgaben sind noch lange kein Gesamtkonzept für Zweibrücken", entgegnet Schneider. Zentral ordnet er den Bereich der Straßenbeleuchtung ein: "Hier besteht großes Einsparpotenzial durch modernste LED-Technik." Nach Einschätzung des Energieberaters der Stadtwerke in Zweibrücken, Rainer Ringeisen, macht die Stadt zwar "Schritte in die richtige Richtung", ein richtiges Konzept sei aber dennoch sinnvoll. Ähnlich schätzt das auch Stadtrats-Mitglied Michael Pohlmann (Grüne Liste) ein. Seiner Meinung nach wäre ein Energiemanagement sinnvoll, bei dem auf Beratung und Fachwissen externer Firmen zurückgegriffen wird. "Denkbar wäre die Beteiligung der Firmen an eingesparten Kosten, gekoppelt an der erzielten Höhe", so Pohlmann. Die Stadt Homburg beispielsweise habe dieses Modell eingeführt. Oberbürgermeister Helmut Reichling (parteiunabhängig) bestätigte auf Anfrage, dass Planungen zu einem Konzept in Sachen Energieeffizienz begonnen hätten und dass er - sofern das Konzept es hergebe - gern an dem Bundeswettbewerb teilnehmen würde. Reichling: "Die Straßenbeleuchtung wird dann aber nur ein Teil eines Gesamtkonzepts sein". Ab wann und wie genau in Zweibrücken Energie effizienter genutzt werden soll, bleibt zunächst also offen. Energieberater Ringeisen macht deutlich: "Die Voraussetzung für effizienten Umgang mit Energie ist das Umdenken. Wer nicht weiß, was an Kosten gespart werden kann, bemüht sich auch nicht, Verschwendung zu reduzieren." "Bis heute wurde dieser einstimmige Beschluss des Stadtrats nicht umgesetzt." Dirk Schneider, SPD

HintergrundDer "Bundeswettbewerb Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" ist eine Initiative des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und der KFW-Förderbank. Er ist aufgeteilt in die Bereiche "Kommunen" und "Technik". Bis 27. Februar 2009 können Kommunen noch ihre Beleuchtungskonzepte einreichen. ihi