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Empört über das „Nein“ der Stadt

Empört über das „Nein“ der Stadt

Einmütig hat der Hauptausschuss den Wunsch von Gartenbau-Experte Georg Dhom und Denkmalschützerin Roswitha Chéret abgelehnt, den Zweibrücker Rosengarten unter Denkmalschutz zu stellen. Die Art, wie argumentiert wurde, finden die beiden fragwürdig.

Wer für den Rosengarten Denkmalschutz fordert, dem kann was blühen. Dieses Fazit müssen Roswitha Chéret und Georg Dhom ziehen. Die Zweibrücker Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Homburger Gartenbau-Experte hatten im Merkur dafür geworben, den Rosengarten unter Denkmalschutz zu stellen - und in der Sitzung des Hauptausschusses eine heftige Abfuhr erlitten (wir berichteten). "Wir haben im September allen Parteien im Stadtrat ein Papier mit vielen Argumenten zugesandt", erläutert Chéret. Die Reaktion: null. "Bis heute hat sich keine einzige Person bei uns gemeldet", sagt Dhom. Und nun die Empfehlung im Hauptausschuss. "Hinter verschlossenen Türen wurde getagt. Herr Dhom und ich wurden überhaupt nicht über die Sitzung informiert. Aus der Presse haben wir es erfahren", empört sich Chéret. Nicht nur emotional haben die beiden bezüglich der Hauptausschuss-Sitzung einiges auszusetzen. Fachlich gebe es viel Kritikwürdiges.

Gartenmeister Heiko Hübscher habe in der Sitzung die Frage gestellt, welchen Rosengarten man denn eigentlich unter Denkmalschutz stellen wolle: den von 1914, von 1927, 1953 oder 1972? Für Dhom und Chéret eine bewusst irreführende Frage. Chéret: "Den Rosengarten von 1914 oder 1927 können Sie gar nicht mehr wollen oder schützen. Durch die Bombardierung Zweibrückens sind die Relikte aus dieser Zeit fast komplett untergegangen." Dhom ergänzt: "Uns kann es also - logischerweise - nur um Elemente des Rosengartens gehen, die in den 50er und 60er Jahren unter der Handschrift von Oskar Scheerer entstanden sind." Es gebe herrliche Elemente aus dieser Aufbauzeit in der Anlage - besonders geprägt hiervon seien das Areal am See nahe des Eingangs sowie die Fläche rund das "Café Dornröschen" mit dem Mosaik von Sepp Semar und der alten Bestuhlung. "Wir wollen gar keinen kompletten Denkmalschutz , sondern einen Schutz dieser Bereiche", erklärt Dhom.

Ebenfalls irreführend sei Hübschers Erklärung gewesen, wenn der Rosengarten Denkmalschutz erhalte, "müssten in dem Fall krankheitsanfällige Rosen" bleiben, was nur mit viel Chemie gehe - dabei wolle man den Rosengarten doch als ökologischen Garten betreiben. Chéret ärgert sich: "Dem Hauptausschuss sollte Angst gemacht werden: Wer Denkmalschutz will, muss hinnehmen, dass gespritzt wird. Uns geht es doch überhaupt nicht darum, die Rosenzüchtungen aus der damaligen Zeit zu erhalten, sondern das Areal als solches. Natürlich dürfen die Rosen, die dort wachsen, jüngeren Ursprungs sein. Glauben Sie etwa, im Garten Sanssouci in Potsdam ist jedes Pflänzchen, das dort wächst, 250 Jahre alt?", weist sie die Argumentation Hübschers zurück.

Auch wenn der Hauptausschuss Nein sagte und dies nun der rheinland-pfälzischen Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) mitteilen möchte - ihre Hoffnung fahren lassen wollen Dhom und Chéret nicht. Sie hätten nämlich Signale aus der GDKE erhalten, dass das Gremium dort, das allein über den Denkmalschutz entscheidet, einen solchen Schutz für den Rosengarten wolle.