„Elmira‘s Orient“ : Zum Üben gehört der Spaß dazu

Mit Feuereifer üben die Gruppen von „Elmira‘s Orient“ auch in dieser schwierigen Zeit. Besonders begeistert sind die Kindergruppen, die ihre Tanzlehrerin Elena Loch alle anhimmeln. „Schön tanzen“ ist das Ziel, das alle zusammen erreichen wollen.

„Die sind soooo goldig.“ Die Augen von Elena Loch strahlen. In kleinen Schritten lehrt Zweibrückens Bauchtanzikone bereits Kinder ab dem dritten Lebensjahr, anmutig in der Gruppe zu tanzen. Als Hilfestellung haben sich die Mädchen runde Schablonen auf die Erde gelegt, um als „fliegende Schmetterlinge“ immer wieder auf ihre „Blumen“ zurück zu fliegen. „Eins - zwei – drei – vier“, zählt die Bauchtanzlehrerin und tanzt Schritte und Bewegungen vor, die die Kinder der Tanzgruppe „Sternschnuppen“ nachahmen.

Die Kleinen sind mit Feuereifer dabei, die Wangen glühen, während sie ihre kleinen Schleier mit erstaunlicher Eleganz um sich herum schwingen. Dabei lernen besonders die Kinder in der Bauchtanzschule „Elmira‘s Orient“ kindgerecht weitaus mehr, als Körperbeherrschung, persönlichen Ausdruck, stolze Haltung oder Teamfähigkeit. Sie erfahren ganz profane Dinge fürs Leben und sei es, wie man in einem Raum das Licht anmacht. „Du bist groß. Ich zeige dir, wie das geht“, setzt die beliebte Dozentin sofort auf Lösung, als ein kleines Mädchen weinend Hilfe sucht, weil es in der Umkleide dunkel ist.

Doch nicht nur die Allerjüngsten himmeln Elena Loch an. Auch die „Sterne des Orients“, sieben Mädchen zwischen acht und zehn Jahren, schwärmen regelrecht für sie. „Elmira achtet auf jedes Detail. Und das macht es am Ende aus“, weiß auch Silke Eisler. Die Mutter der gerade fünfjährigen Emely von den „Sterschnuppen“ gehört zu den Ur-Gesteinen. „Mir hat das schon immer gefallen“, erinnert sie sich. Mit ihrem damaligen Lebensgefährten aus Marokko erlebte sie die mehrfache Weltmeisterin bei einem Auftritt. Spontan wünschte sie sich: „So möchte ich auch tanzen können“ und gehörte vor über zwölf Jahren zu den Ersten, die sich beim Bauchtanzstudio „Elmira‘s Orient“ anmeldeten. Seitdem bereichert die 36-jährige, vierfache Mutter die Tanzgruppe „Luna Medea“ für fortgeschrittene Erwachsene. „Ich tanze aber nur einen Tanz mit. Den bekomme ich geübt“, setzt sie auf Qualität statt Quantität.

„Meine Mama sagt, Elmira ist streng. Dabei erklärt sie immer geduldig, ohne uns anzuschreien, wenn wir etwas falsch machen. Sie hilft uns dabei, richtig gut zu tanzen“, erklärt Nele Schmidt von den Orientsternen. Eifriges Nicken in der Gruppe, denn das wollen sie alle erreichen. „Manchmal tanzt sie für uns. Das sieht so schön aus“, schwärmen die Mädchen und fühlen sich durch das verehrte Vorbild zusätzlich motiviert.

Bei zahlreichen weiteren Verpflichtungen neben der Schule von Kampfsport über Eiskunstlauf bis hin zu Klavierspielen gerate das häusliche Üben im Alltag allerdings öfter aus dem Fokus. „Dabei sendet Elena uns immer Videos, damit wir schauen können, wie es aussehen soll“, erklären die Mädchen. Stück für Stück und Schritt für Schritt werden Bewegungen, Ausdruck und Ablauf eingeübt, bis alles sicher sitzt und selbst kritischer Betrachtung Stand hält.

Während des Kontaktverbots studierte die Gruppe über Zoom den Schleiertanz ein, den sie bei der Orientschau im November endlich aufführen durften. „Du schwingst den Schleier heute nicht schön. Das musst du bis nächste Woche noch besser üben“, hört damals auch die eine oder andere. „Es macht Spaß, besonders zusammen. Wir haben uns in der Chat-Gruppe immer gegenseitig geholfen“, beschreiben die Mädchen.

Ein willkommener Zusatzeffekt, doch das Livetraining ist durch nichts zu ersetzen. Geht es darum, einen neuen Tanz einzustudieren, stellt Elmira der Gruppe neue Musiktitel vor und tanzt dazu. Entschieden wird demokratisch, doch oft ist man sich einig. Die meisten von ihnen tanzen seit ihrem dritten Lebensjahr und pflegen eine mittlerweile gewachsene Freundschaft. Zum Üben gehört der Spaß dazu. So endete jedes Online-Training mit einem witzigen Tanz, bei dem möglichst auch ein Elternteil oder Geschwister mitmachen sollen. Kein Wunder, dass alle schwärmen: „Elmira ist eine tolle Lehrerin!“

Und doch hat die Coronazeit die Gruppen und zeitweise an die 200 Tänzerinnen und einen Tänzer deutlich ausgedünnt auf gut 150 Mitwirkende zwischen vier und 75 Jahren. Sie gestalten regelmäßig das vielfältige Bühnenprogramm mit ihren diversen Gruppen, mit Paaren und auch Solisten.

Stephanie Wangler und und Carolin Schock von den „Sternen des Orients“ durften im November mit einigen anderen ihr Solo-Programm bei einem Auftritt von „Elmira‘s Orient“ beim Zirkus Probst in Gelsenkirchen aufführen, erstmals in einer sandigen Manege. Denn dafür brennen fast alle Bauchtänzerinnen: „Anderen zu zeigen, was wir gelernt haben und sie begeistern.“

 Tanzende Kindergruppe von Elmiras Orient beim Rosentag im Zweibrücker Rosengarten.
Tanzende Kindergruppe von Elmiras Orient beim Rosentag im Zweibrücker Rosengarten. Foto: Margarete Lehmann

www.elmiras-orient.de