Elisabeth Schael und Gabi Mihic-Grimbach zeigen Werke im Mannlichhaus Gedanken über die Kreativität

Zweibrücken · Die Künstlerinnen Elisabeth Schael und Gabi Mihic-Grimbach stellen ihre Werke noch bis zum 1. Oktober, jeweils samstags und sonntags, im Zweibrücker Mannlichhaus aus.

Erdgeister und Abstraktes: Gabi Mihic-Grimbach (links) und Elisabeth Schael inmitten ihrer Schaffenskunst im Zweibrücker Mannlichhaus.

Erdgeister und Abstraktes: Gabi Mihic-Grimbach (links) und Elisabeth Schael inmitten ihrer Schaffenskunst im Zweibrücker Mannlichhaus.

Foto: Volker Baumann

Unter Kreativität versteht man ja gemeinhin, etwas Neues zu schaffen oder Altbekanntes so zu kombinieren, dass etwas Neues daraus entsteht. Sie ist die Fähigkeit, auch mal quer zu denken, Grenzen zu überschreiten, Bekanntes umzudeuten oder zu verfremden. Ohne Kreativität gibt es keine neuen Ideen. Gedanken darüber machen sich momentan zwei regionale Künstlerinnen im Rahmen einer Ausstellung im Mannlichhaus – Elisabeth Schael und Gabi Mihic-Grimbach.

Elisabeth Schael lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in ihrem Atelier in Großbundenbach. Sie absolvierte das Grund- und Hauptstudium der Malerei an der Europäischen Kunstakademie in Trier. Ihre Dozenten waren international anerkannte Künstler, unter anderem war sie Schülerin von Professor Markus Lüppertz und Professor Giselbert Hoke. Sie kann Teilnahmen an Kunstmessen und Ausstellungen unter anderem in Kanada, Frankreich, Luxemburg und den USA vorweisen. Sie arbeitet überwiegend in der abstrakten Malerei. Diese Art von Kunst zeichnet sich durch die Freiheit der Farben, der Formen und natürlich des Themas aus. „Meine Werke sind Momentaufnahmen meines Befindens und der Entwicklungsprozess beginnt schon beim Richten der Arbeitsmaterialien“, erläutert sie ihre Verbundenheit mit dem entstehenden Werk. Oft führe sie beim Fließenlassen der Farben ein Gespräch und trete in einen Dialog mit Leinwand und Farbe. Sie arbeite am liebsten an mehreren Werken gleichzeitig, wodurch sich die Entstehung eines Bildes über mehrere Wochen hinziehen könne. Auf einen bestimmten Stil will sich Elisabeth Schael nicht festlegen. Jedes Werk besitze ein oberflächlich verdecktes Eigenleben, dem nachzuspüren sei ein Teil des Reizes jeder Bildbetrachtung.

„Ich signalisiere, dass meine Bilderwelt von Prozessen gesteuert ist, deren Ergebnisse ich selbst nicht vorhersehen kann“, lässt die Künstlerin ihrer und des Betrachters Kreativität freien Lauf.

Franz Walter, Mieter, Initiator und Betreiber der Kunstausstellungen in den Räumlichkeiten des Mannlichhauses, ist froh, viele regionale Künstler ansprechen und zu einer Ausstellung ihrer Werke bewegen zu können. „Unsere Region birgt so viele Talente, wir brauchen nicht die mondäne Kunst-Welt, sondern möchten vor allem einheimischen Künstlern ein Forum bieten“, macht er sich dafür stark, in Zweibrücken Verlorengegangenes wieder in Szene zu setzen. Ohne private Initiativen sei dies, gerade in der Kunstszene, oft sehr schwer.

Franz Walter stellte zu Beginn der Vernissage zur Eröffnung der aktuellen Ausstellung die beiden Künstlerinnen vor. Zu den Bildern von Elisabeth Schael haben sich in den Räumen, munter verteilt, eine ganze Reihe „Erdgeister“ gesellt. Die kleinen Kobolde aus Pappmaschee entsprangen den formenden Händen von Gabi Mihic-Grimbach, Grafikdesignerin aus Saarbrücken. Zum ersten Mal stelle sie ihre „Erdgeister“ jetzt öffentlich aus, deren Gestaltungsidee ihr bei Waldspaziergängen eingefallen sei.

Beim genauen Hinschauen entdecke man bei jedem auch einen versteckten Hinweis in puncto Naturschutz. Franz Walter stellte in seiner Ansprache die Besonderheit dieser kleinen Kerle heraus: „Sie kommen in der Darwinschen Evolutionstheorie nicht vor, fühlen sich allerdings bei uns hier ganz wohl“, so sein humorvoller Abstecher in die Wissenschaft.

 Ein Erdgeist von Gabi Mihic-Grimbach.

Ein Erdgeist von Gabi Mihic-Grimbach.

Foto: Volker Baumann

Musikalisch umrahmte die Vernissage Paula Schael am Klavier. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Oktober, Samstag und Sonntag, von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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