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Elf Jahre Zweibrücker-Fasenachts-Freunde

Mit kreativen Ideen beging der ZFF seinen Geburtstag : Elf Jahre Zweibrücker-Fasenachts-Freunde

Mit kreativen Ideen beging der junge Karnevalsverein seinen Geburtstag. Von der Fußtruppe beim Zweibrücker Umzug hat er sich zu einem Verein mit rund 70 Mitgliedern, zwei Tanzgruppen und eigener Garde gemausert. Ein närrischer Malwettbewerb soll über die ausgefallene Kappensitzung und den ausfallenden Faschingsumzug hinweg trösten helfen.

Einen Geburtstag kann man nicht nachholen. Zumindest den elften nicht, besonders, wenn man ein Karnevalsverein ist. So jedenfalls sehen es die Zweibrücker-Fasenachts-Freunde (ZFF), der jüngste der fünf Zweibrücker Karnevalsvereine. Da die aktuellen Corona-Maßnahmen nicht nur jede närrische Faschingsfreude, sondern auch eine angemessene Geburtstagsfeier unterbanden, ließ sich der Vorstand des ZFF eben etwas einfallen.

Pünktlich zum 11. Januar, dem elften Jahrestag der Vereinsgründung, erhielt jedes der rund 70 Mitglieder eine kleine Überraschungs-Tüte. Sie enthielt den Sessions-Orden 2020/2021 in Form einer Geburtstagstorte, einen Ansteck-Button mit dem amtierenden Prinzenpaar Eike I. & Lea-Michèle I. darauf sowie einen kleinen Geburtstagskuchen samt Geburtstagskerze. „So konnte jedes Mitglied zuhause ein Stück Kuchen essen, den Orden anziehen und die Kerze auspusten“, beschreibt der Vereinsvorsitzende, Simon Nikolaus.

Das kam gut an und der Vorstand konnte sich über eine Vielzahl an Kucheness- und Kerzenpust-Bildern für die Homepage und die sozialen Medien freuen. Zum „gemeinsamen Abendessen“ wurde vom griechischen Restaurant „Dimi und Maxi“ in Ernstweiler ein speziell kreierter Geburtstags-Teller auf Bestellung zubereitet. Rund die Hälfte der Vereinsmitglieder beteiligten sich zu Hause an diesem „gemeinsamen Geburtstagsessen“.

Zu späterer Stunde begegneten sich viele Fasenachts-Freunde in einer Videokonferenz, passend gekleidet mit Orden, Narrenkappe, Vereins-T-Shirt. Simon Nikolaus berichtet: „Neben Gesprächen zum Verein und sonstigen Themen konnten auch Bilder aus den vergangenen elf Jahren des Vereinslebens durchgeschaut werden.“

Aus einer Laune heraus beschlossen am 11. Januar 2010 sechs junge, fasenachtsbegeisterte Ehrenamter der Zweibrücker Feuerwehr, endlich einmal beim großen Zweibrücker Umzug mitzuwirken. Sie einigten sich auf den Namen „Zweibrücker-Fasenachts-Freunde“ und liefen mit ihrem bunt bemalten Auto in eigenen T-Shirts, eigenem Orden, Narrenkappe und vor allem viel Spaß beim Umzug mit. Sofort war klar: „Das machen wir nächstes Jahr wieder.“

Gleichwohl mittlerweile auch 50- und 60-Jährige dem Verein angehören, ist der Altersdurchschnitt gering, denn die meisten sind zwischen Jugendalter und Mitte 30. Die Ernstweiler Kerntruppe, damals um die 20 Jahre jung, hat sich mittlerweile auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt. Bereits 2011 bauten sie einen richtigen Umzugswagen auf einen Traktor-Anhänger. Seitdem wachsen der Verein und seine Aktivitäten kontinuierlich.

Das Kerngeschäft waren zunächst Faschingsumzüge, etwa in Bitsch, Blieskastel, Dahn oder kleinen Eifelorten durch private Freundschaften. „2014 haben wir mit unserer ersten eigenen Kappensitzung einen richtigen Schub bekommen“, erinnert sich Simon Nikolaus. Damals in der Wattweiler Mehrzweckhalle, trat auch der Lehrer in einer Büttenrede auf. Verschiedene eigene Programmpunkte wie Reden und Sketche wurden von den befreundeten Zweibrücker Karnevalsvereinen mit Gardegruppen und Funkemariechen ergänzt. Der Vorsitzende bestätigt: „Wir wurden von Anfang an von anderen Zweibrücker Karnevalsvereinen liebevoll aufgenommen und unterstützt.“

Diese freuten sich über einen weiteren Auftritt ohne weite Anfahrt und mittlerweile sei es ein Geben und Nehmen. Auch die ZFFler sind nun gerne gesehene Programmpunkte. Mit der Gründung der eigenen Tanzgruppen – dem Männerballett, der Show-Tanzgruppe „Die Schnatzen Spatzen“, der Sketch-Gruppe und der Garde „Die Federfunken“ erreichte der junge Verein auch neue Zielgruppen.

Private Sänger und Instrumentalisten ergänzten das wachsende Programm mit kleinen Auftritten. Seit 2015 hat der Verein in der Kultushalle in Rimschweiler sein Zuhause gefunden und genießt dort jeden Auftritt. „Unsere Tür ist immer offen. Bei uns ist es ganz familiär und gemütlich, eine tolle Gemeinschaft für den ersten öffentlichen Auftritt, um Erfahrung zu sammeln und Routine zu bekommen“, ermutigt der Verein regelmäßig auch närrische Nachwuchs-Redner und -Tänzer.

Die aktuelle Lage, die alle Hoffnungen auf jedes närrische Treiben zunichte gemacht hat, kommentiert Simon Nikolaus mit „Wir hoffen auf bessere Zeiten.“

Dennoch ist der Verein dabei, sich nach „elf Jahren ohne“ jetzt um seine offizielle Eintragung ins Vereinsregister zu bemühen. Für die Session 2021/2022 wünschen sich die Zweibrücker-Fasenachts-Freunde, dass es dann wieder live heißen kann: ein dreifach kräftiges „Allee Hopp“!

www.zff-zw.de

So feierte ein Teil der Mitglieder der Zweibrücker-Fasenachts-Freunde den 11. Geburtstag – jeder für sich zuhause. Rund 70 Überraschungs-Tüten wurden an die Vereinsmitglieder ausgeliefert. Foto: Screenshot/Simon Nikolaus/Simon Nikolaus

Bei den regelmäßigen Online-Vorstandstreffen der Fasenachtsfreunde entstand die Idee des Malwettbewerbs. Noch bis zum 11. Februar können vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch interessierte erwachsene Künstler ihre selbst gemalten Bilder zum Thema „Karneval, Fasching, Fastnacht“ an die Mail-Adresse info.zff-zw@gmx.de senden. Auf der Homepage heißt es: „Egal ob ihr euch selbst in eurem Lieblingskostüm malt, ob ihr eure Eindrücke von Karnevalsumzügen zu Papier bringt, ob ihr euren Wunsch-Karnevalsorden designed oder Akteure auf der närrischen Bühne zeichnen wollt: Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Bewusst will der Verein daraus keinen Wettbewerb machen, sondern freut sich über „alle Kunstwerke gleichermaßen“. Veröffentlicht werden sie auf der Homepage, auf Facebook und Instagram. Als Dankeschön gibt es „Wurfmaterial“, wie es sonst vom Umzugswagen geworfen wird.