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Eiseimer-Aktion ist nicht für alle Personen geeignet

Eiseimer-Aktion ist nicht für alle Personen geeignet

Ein Phänomen zieht immer weitere Kreise: Die "Ice-Bucket-Challenge", die Herausforderung, sich einen mit Eiswasser gefüllten Kübel über den Kopf zu gießen, findet immer mehr Nachahmer auf der Welt.

Das Ganze soll dazu dienen, auf die Nervenkrankheit "Amyotrophe Lateralsklerose" (ALS) hinzuweisen (wir berichteten).

Dieser Spaß könnte aber unter Umständen manchem Teilnehmer Probleme bereiten, macht Dr. Matthias Stopp, Chefarzt am Nardini-Klinikum St. Elisabeth in Zweibrücken , auf Anfrage unserer Zeitung deutlich.

"Das Übergießen mit Eiswasser kann zu Reflex-Reaktionen des Körpers führen", gibt der Mediziner zu bedenken. "Es sind massive Stress-Reaktionen möglich". Natürlich sei "die Wahrscheinlichkeit, dass einem Gesunden ein Schaden entsteht, sehr gering", so Stopp. Aber Fakt sei, dass das plötzliche Übergießen mit eiskaltem Wasser in Extrem-Fällen zu Störungen der Hirndurchblutung, Herz-Rhythmus-Störungen oder gar Herz-Kreislauf-Versagen führen kann.

Vor allem wenn jemand wisse, dass er Probleme mit dem Herz habe, sollte er tunlichst die Finger von der "Ice-Bucket-Challenge" lassen, warnt Stopp. "Aber auch ein vermeintlich völlig Gesunder kann Schaden nehmen - nämlich dann, wenn er eine Herzschädigung hatte, die zuvor nicht manifest wurde. Diese kann im Moment des Kontakts mit Eiswasser zutage treten."

Relevant seien auch die Außentemperaturen, wie überhitzt man ist. "Wenn es draußen 40 Grad sind, ist die Schock-Reaktion des Körpers eine ganz andere, als bei den derzeit sehr moderaten Temperaturen."

Ob jemand, der nominiert wird, sich der eiskalten Aktion zu stellen, diese annehmen sollte, "muss jeder für sich entscheiden", so Stopp. "Wenn man aus irgendeinem Grund das Gefühl hat: ,Ich fühle mich nicht hundertprozentig fit', sollte man es sein lassen", rät der Chefarzt.