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Einige Corona-Fälle am Nardini-Klinikum Zweibrücken

Im April schon 1500 Corontests im Zweibrücker Krankenhaus : Einige Corona-Fälle beim Krankenhaus-Personal

Ob sich Beschäftigte des Zweibrücker Nardini-Klinikums innerhalb oder außerhalb des Dienstes infiziert haben, ist unklar. Personal und Patienten werden regelmäßig getestet.

Warum gilt seit 31. März am Nardini-Klinikum in Zweibrücken (trotz hier relativ niedriger Inzidenzzahlen) ein weitgehendes Besuchsverbot, nicht aber am Nardini-Standort Landstuhl? Darüber haben sich in den vergangenen Tagen einige Bürger gewundert. Nach Merkur-Recherchen hängt die zusätzliche Sicherheitsmaßnahme in Zweibrücken damit zusammen, dass es beim Klinik-Personal und auch bei Patienten einige Corona-Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 gegeben hat.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz (deren Gesundheitsamt auch für Zweibrücken zuständig ist) teilte auf Merkur-Anfrage, wann die ersten Infektionen aufgetreten sind und ob dies Beschäftigte oder Personal betraf, mit: „Vermutlich handelt es sich um eine Patientin, bei der am 10. März im Rahmen einer Entlassungsuntersuchung ein positiver Abstrich diagnostiziert wurde.“

Kreis-Sprecher Thorsten Höh schrieb am Dienstagspätnachmittag weiter: „Aktuell sind sieben Beschäftigte als Indexfälle in Quarantäne, wobei aber nicht bei jedem der Indexfälle eine Infektion am Arbeitsplatz ursächlich sein muss!“

Welche Kenntnisse hat das Gesundheitsamt über die Infektionsketten? Höh: „Ansteckungen innerhalb des Krankenhauses können nicht ausgeschlossen werden. Das Krankenhaus verfügt über ein Hygienemanagement. Dazu steht es mit dem Gesundheitsamt auch in ständigem Austausch. Situationsbedingt kann es jedoch zu unbeabsichtigten Regelverletzungen kommen, dies ist leider unvermeidbar und menschlich.“

Der Nardini-Sprecher, Pflegedirektor Thomas Frank, mailte: „Die vom Gesundheitsamt genannte Anzahl von Mitarbeitern in Quarantäne zeigt, dass wir mit besonderer Sorgfalt jeden einzelnen Infektionsfall analysieren und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt angemessen reagieren.“

Auch Frank erklärte, es sei häufig nicht feststellbar, wo oder wann es zu einer Ansteckung kommt, denn: „Nach einem Erstkontakt kann es bei Patienten bis zu 14 Tage dauern, bis die Erkrankung zum Ausbruch kommt.“

Zu den Coronaschutz-Maßnahmen am Nardini-Klinikum erläuterte Frank: „Das Hygienemanagement wird seit Pandemiebeginn permanent an das Infektionsgeschehen und die aktuellen Vorgaben angepasst. Beispielsweise haben wir unser Testkonzept für Patienten und Beschäftigte überarbeitet. Die Testfrequenz wird dabei je nach Infektionsgeschehen festlegt. Nach der Aufnahme werden auf allen Stationen Patienten in der Regel alle vier Tage getestet. Beschäftigte der Infektionsbereiche werden täglich, in den sonstigen Bereichen mehrmals pro Woche getestet. Die Testungen erfolgen jeweils vor Dienstbeginn. Wegen der Mutationen haben wir zudem ein besonderes Aufnahmemanagement umgesetzt. Hierbei legen wir nur noch Patienten in einem Zimmer zusammen, bei denen ein negativer PCR-Test vorliegt.“

Frank betonte, „dass wir Beschäftigte bei nicht eindeutig negativem Befund umgehend vom Dienst freistellen und in Quarantäne schicken“. Auch nach Kontakten mit Covid-Infizierten werde Klinik-Personal umgehend getestet. „Fünf Beschäftigte sind aktuell Covid-positiv und daher nicht im Dienst.“

Dabei wäre theoretisch eine Weiterbeschäftigung von positiv getestem Personal in Krankenhäuser nicht ausgeschlossen. Dies sehe das Hygienemanagement zwar nicht vor, so Kreis-Sprecher Höh. Aber: „Nur in Ausnahmefällen soll corona-positiv getestetes Personal auf Corona-Stationen eingesetzt werden. Möglich wäre dies beispielsweise bei akutem Personalmangel.“

Nardini-Sprecher Frank erinnerte daran, dass sein Krankenhaus, auch dank des Engagements der Beschäftigten, bisher gut durch die seit über einem Jahr andauernde Corona-Pandemie gekommen sei. Es sei auch noch nie eine behördliche Schließung von Teilbereichen des Klinikums erforderlich gewesen. Nichts dran ist an Gerüchten, coronabdingt wäre eine Station geschlossen worden. Tatsächlich gab es einen Wasserleitungsschaden, wegen dem zeitweise einige Zimmer auf drei Etagen gesperrt waren, erläuterte Frank.

Der Nardini-Sprecher betonte weiter: „Selbstverständlich haben wir, wie alle Kliniken in Deutschland, die Teststrategie angepasst und die Testfrequenz bei Patienten und Beschäftigten deutlich erhöht.“

Diesen Monat habe das Nardini schon mehr als 1500 Coronatests bei Mitarbeitern und Patienten durchgeführt. „Kein einziger Mitarbeiter war positiv, aber immer wieder können durch dieses konsequente Vorgehen infizierte Patienten entdeckt und frühzeitig isoliert werden. Bei einer Zeitspanne von bis zu 21 Tagen von Erstkontakt bis zum Auftreten von Symptomen ist diese Teststrategie ein wichtiger Beitrag für die Patientensicherheit.“

Patienten-Zahl insgesamt: Derzeit gebe es im Nardini-Klinikum sieben Patienten auf der Covid-Station, so Frank. Auf der Intensivstation und den übrigen Allgemeinstationen seien aktuell keine Corona-Patienten.