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Einhelliges Votum für schnelles Internet

Einhelliges Votum für schnelles Internet

Das schnelle Internet ist bei den Firmen im Landkreis wohl kein großes Thema. Nur rund neun Prozent der angeschriebenen 1858 Firmen machten bei einer Umfrage dazu mit. Wer es tat, forderte aber Verbesserungen.

Mit einiger Verzögerung steht nun das erwartete Ergebnis fest: Die Unternehmen im Landkreis Südwestpfalz sind eindeutig für den Ausbau der schnellen Internetversorgung. Zu dem Schluss kommt eine freiwillige Firmenumfrage, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz in den letzten Monaten durchgeführt hat. Mit Fragen zum Ankreuzen wollte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft herausfinden, welche Wünsche, Vorstellungen und Anregungen seitens der Unternehmen bestehen. Von 1858 Firmen hatten 170 geantwortet, so der Landkreis auf Anfrage - und alle waren für einen Ausbau. Ursprünglich sollte die Befragung vom 23. November bis 18. Dezember 2015 laufen. Doch das Interesse war so gering, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft noch einen guten Monat bis zum 22. Januar 2016 draufschlug. Ohne Effekt, denn mehr als die Anfang Januar verzeichneten 170 Teilnehmer (wir berichteten) wurden es nicht mehr. Wie Kreissprecherin Ulla Eder mitteilt, seien von den 170 Umfrageteilnehmern die meisten entweder der Handels- oder der Dienstleistungsbranche (je 17 Prozent) zuzuordnen. Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen handele es sich um Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten. Nach der Auswertung der Fragebögen zeige sich laut Eder, dass der Breitbandausbau eine sehr hohe Priorität bei den Unternehmen habe und diese einen dringenden Handlungsbedarf im Landkreis Südwestpfalz sehen und forderten. Ihre Netzverbindung beschrieben sie als langsam, unzureichend und nicht zeitgemäß. Für einige Unternehmen stellt der Breitbandausbau eine Voraussetzung dar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 97 Prozent der Befragten stuften eine schnelle Internetverbindung als sehr wichtig (73 Prozent) oder wichtig (24) ein.

Der Großteil der Unternehmen nutze die Telekom als Netzbetreiber (79 Prozent) und DSL als technischen Standard (70). Obwohl 36 Prozent einen Internetanschluss von 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bezahlten, liege die tatsächlich erreichte Geschwindigkeit bei 27 Prozent nur zwischen sechs und 16 Mbit/s. Nur acht Prozent der Antwortenden sind mit der jetzigen Geschwindigkeit zufrieden. 76 Prozent hingegen hätten lieber eine Zugangsgeschwindigkeit von 50 bis 200 Mbit/s. Zwei Drittel wären bereit, für einen schnelleren Internetzugang zwischen 40 und 120 Euro pro Monat zu zahlen. Aktuell berappe mehr als der Hälfte der Unternehmen zwischen 30 und 50 Euro für den Internetanschluss. Ein Drittel hätte gerne gleiche Übertragungsraten zum Hoch- und Runterladen von Dateien, etwa die Hälfte brauche dies nicht, E-Mail und Suchmaschinennutzung sind generell die wichtigsten Internetanwendungen

Wie geht der Kreis jetzt mit diesem einmütigen Votum um? Derzeit laufe das Markterkundungsverfahren, so Eder. Nach dessen Abschluss wäge man ab, ob Betreiber- oder Deckungslückenmodell (siehe "Stichwort") wirtschaftlicher sind. Dann entscheide der Kreistag, welches Modell zum Zuge kommt. Eder: "Danach müssen die Fördermittel beantragt werden. Es schließen sich die Ausschreibung, die Auswertung der eingehenden Angebote und zum Abschluss die Auftragsvergabe an."

Zum Thema:

StichwortDas Deckungslückenmodell zeichnet sich laut Landkreistag dadurch aus, dass einem Telekommunikationsunternehmen ein (verlorener) Zuschuss gezahlt wird, damit dieses die für die Versorgung der Bevölkerung erforderlichen Breitbandinfrastrukturen errichtet und betreibt. Im Betreibermodell bauen die Kommunen die (passive) Infrastruktur selbst und verpachten sie anschließend an einen Betreiber. red