Einfach mal „Sorry“ sagen

Es mag sein, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Das hindert meinen Kopf und insbesondere meinen Bauch aber leider nicht daran, sich wiederholt über die gleiche Geschichte zu ärgern. In dieser Woche den Fall Christine Schmidt gegen die Stadtverwaltung Zweibrücken.

Die Kurzfassung: Christine Schmidt will ein Grundstück, das sie bereits gepachtet hatte, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kaufen. Die Stadt verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht. Nachdem der Kaufvertrag fertig ist, erklärt die Stadt überraschend den Rücktritt vom Verzicht. Die Amtsleitung sei nicht eingebunden gewesen, und man wolle das Gelände gegenüber der Christuskirche doch gerne haben. Schmidt wehrt sich vor dem Rechtsausschuss und unterliegt. Einen Pachtvertrag mit dem Neu-Eigentümer Stadt will sie nicht. Sie traut sich nicht einmal mehr aufs Gelände, um ihre Sachen aus dem Pumpenhäuschen zu holen. Der aktuelle Stand der Angelegenheit ist auf Seite 17 in dieser Ausgabe nachzulesen.

Das Schlimme an der Sache ist nicht, dass die Stadtverwaltung einen Fehler gemacht hat. Das kommt vor. Nicht einmal, dass die Verwaltung im tatsächlichen oder vermuteten Interesse der Stadt und ihrer Bürger auf ihrem Recht beharrt. Ärgerlich, eigentlich sogar traurig, ist, dass die Stadt es bis heute nicht geschafft hat, sich bei der Leidtragenden für diesen Fehler zu entschuldigen. Ihren eigenen Kindern würden sie das sicher nicht durchgehen lassen. Sobald sie aber selber als Staatsgewalt dem Bürger gegenüber stehen, ist dieses Minimalerfordernis der Höflichkeit offenbar vergessen.