Eine undankbare Aufgabe

Manche Menschen beneidet man nicht um ihren Job. Dazu gehören Insolvenzverwalter im Allgemeinen und Jan Markus Plathner im Speziellen, der derzeit am Zweibrücker Flughafen das Schicksal von hunderten Beschäftigten in seinen Händen hält.

Ich habe am Freitag selbst mit einigen Menschen gesprochen, die am Airport arbeiten. Habe persönlich von ihren Ängsten, ihrer Wut, aber auch von ihrem Kämpferherz erfahren. Und ich habe mich gefragt: Was würde ich als Insolvenzverwalter tun?

Ich glaube nicht, dass es noch viel Hoffnung für den Zweibrücker Flughafen gibt. Die Würfel sind wohl gefallen. Der Airport mit den besseren Voraussetzungen, vor allem mit der längeren Landebahn, hat den Kürzeren gezogen. Das ist eine politische, keine fachliche Entscheidung. Das ist ungerecht. Aber das Leben ist nunmal nicht gerecht, schon gar nicht die Politik.

Was jetzt zählt, ist, sich um die Mitarbeiter am Flughafen zu kümmern. Und da komme ich in meiner Rolle als fiktiver Insolvenzverwalter ins Spiel: Es muss darum gehen, alles, aber auch wirklich alles für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zu tun. Gleichzeitig muss ich ehrlich mit den Beschäftigten umgehen: Es wird extrem schwierig sein, einen Investor zu finden, der den Flugbetrieb in der derzeitigen Form aufrecht erhält. Vieles erschwert die Suche: Der Airport hat jahrelang Verluste gemacht, dazu die Nähe zu Ensheim . Daneben stehen die bis zu 56 Millionen an Beihilfen im Raum, die von einem neuen Investor möglicherweise zurückgezahlt werden müssen - möglicherweise auch nicht. Das ist noch unklar.

Bleibt die Hoffnung, dass die EU ihre Entscheidung gegen Zweibrücken noch einmal revidiert - etwa vor dem Hintergrund des drohenden Aus für Ensheim im Jahre 2018, das die Europaabgeordnete Birgit Collin-Langen prophezeit hat. Doch auch diese Hoffnung ist vage, bedenkt man, wie stur und erbarmungslos die EU-Kommission sich bislang verhalten hat.

Nein, falsche Hoffnungen sollte ich den Beschäftigten als fiktiver Insolvenzverwalter nicht machen. Aber mich interessieren für ihre Ängste und Nöte. Und die Landesregierung an ihr Versprechen erinnern, sich um jeden einzelnen Beschäftigten individuell zu kümmern.