Eine Stunde lang standen die Räder still

Zweibrücken · 5,5 Prozent mehr Gehalt, eine bessere Altersteilzeit und eine bessere Altersteilzeit fordert die IG Metall. Mit Warnstreiks stellten sich gestern die Beschäftigten von John Deere und Pallmann hinter die Forderung.

 Die Metaller gestern bei ihrem Warnstreik vor den Toren von John Deere. Foto: Jörg Jacobi

Die Metaller gestern bei ihrem Warnstreik vor den Toren von John Deere. Foto: Jörg Jacobi

Foto: Jörg Jacobi

Fast 400 Beschäftigte legten gestern Morgen bei John Deere nicht nur für eine Stunde die Arbeit nieder. Bei einer Kundgebung vor dem Werkstor unterstützten sie die Forderung der IG Metall für einen um 5,5 Prozent höheren Lohn, eine bessere Altersteilzeit und eine tarifliche Bildungsteilzeit. "Nur gemeinsam erreichen wir unser Ziel", appellierte der Betriebsratsvorsitzende Kai Blasius an die Solidarität der Mitarbeiter.

Das Angebot der Arbeitgeber von 2,2 Prozent mehr Lohn sei "ein Skandal". Der Betriebsratsvorsitzende des Landmaschinenwerks vermutet, dass die Arbeitgeber mit dem Angebot "nur austesten wollen, wie streikbereit wir sind".

Da ist sich das Betriebsratsmitglied Hubert Krebs sicher, dass die Belegschaft hinter der Forderung steht: "Wir sind eine gute Truppe. Wir wissen: Wenn wir gemeinsam kämpfen, haben wir alle was davon."

Blasius erwähnte, dass John Deere zwar eine Talsohle durchlaufe. Es werde aber wieder aufwärts gehen. Er kritisierte, dass die Arbeitnehmer das Risiko allein tragen sollten. Die Forderung nach mehr Geld komme laut den Äußerungen der Arbeitgeber immer zur falschen Zeit, sagte Blasius. "Wenn die Konjunktur schlecht läuft, dann wir gejammert, dass man jetzt nicht mehr zahlen kann. Wenn die Konjunktur gut ist, wird davor gewarnt, dass man das zarte Pflänzchen nicht abbrechen soll."

Wie Blasius sprach der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarpfalz, Werner Cappel , bei der Kundegebung aber nicht nur die Lohnforderung an. "Wir haben uns bei der Tarifbewegung noch mehr vorgenommen." Die Beschäftigten der Metallindustrie "wollen und brauchen eine neue und bessere tarifliche Altersteilzeit . Diese dürfe nicht vom Gutdünken der Arbeitgeber abhängig sein, die einen Rückgang wollten. Vielmehr sollten die Beschäftigten, die lange viel geleistet hätten, diese nutzen.

"Es geht uns auch um die Weiterbildung", nannte Cappel den dritten Punkt der Tarifrunde 2015. Gerade mit Blick auf die technologische Entwicklung sei dies notwendig.

"Wer ständig jammert, es würden Fachkräfte fehlen, und dann am Verhandlungstisch die Weiterbildung als Privatsache erklärt, der muss sich sagen lassen, dass er die Zeichen der Zeit nicht sieht oder bewusst ignoriert." Wobei Cappel ausdrücklich John Deere lobte, dass das Unternehmen weiter junge Menschen ausbildet.

Beim Zerkleinerungsmaschinenhersteller Pallmann stand gestern Nachmittag für eine Stunde der Betrieb still. Rund 250 Mitarbeiter legten nach Gewerkschaftsangaben die Arbeit nieder, um die IG Metall mit ihrer Forderung zu unterstützen. Im Tarifkonflikt stehen sich Unternehmen und Gewerkschaft auf zwei Seiten gegenüber. Bei der Klage von Möbel Martin und Globus gegen die Brücke über den Schwarzbach steht die Gewerkschaft auf der Seite von John Deere . "Ich habe kein Verständnis zur Klage von zwei Einzelhändlern gegen die Klage von zwei Händlern gegen die Brücke zur Erschließung des John-Deere-Geländes", erklärte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarpfalz, Werner Cappel , beim Warnstreik des Landmaschinenwerks.

John Deere sei einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber der Stadt mit über 1000 Beschäftigten. Ein Großteil des Einkommens fließe in den Konsum. "Davon profitieren auch Möbel Martin und Globus." Daher sei es, so Cappel , "reichlich kurzsichtig", dass die beiden Handelsunternehmen gegen eine bessere Erschließung des Industriegeländes klagen. Wenn dadurch die Entwicklung von John Deere behindert werde, würden Arbeitsplätze gefährdet, warnte der Gewerkschafter. Zumal John Deere rund 200 Millionen Euro in das Zweibrücker Werk investieren möchte (wir berichteten). "Damit sägen die Einzelhändler am Ende den Ast ab, auf dem sie selber sitzen", sagte der Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpflaz unter dem Beifall der fast 400 John-Deere-Beschäftigten. Gut bezahlte Jobs seien die Grundlage für florierenden Handel, betonte Cappel .