Eine schöne Zeit am Hofenfels

Deutschlands bekannteste A-cappella-Band, die Wise Guys, sind derzeit auf Abschiedstournee. In ihre Fußstapfen könnte die Berliner Vokalgruppe Delta Q treten, die mit Thorsten Engels einen echten Zweibrücker in ihren Reihen hat. Die Band hat in diesem Jahr einen Hauptpreis bei der St. Ingberter Pfanne gewonnen; am 13. Januar kommt sie um 20 Uhr zu einer Stippvisite in Engels' alte Schule, das Hofenfels-Gymnasium. Merkur -Mitarbeiter Sebastian Dingler sprach mit dem Delta Q-Sänger.

Herr Engels, wie haben Sie sich kennengelernt und wer hatte die Idee, eine Vokalband zu machen?

Thorsten Engels: Die Band wurde im Prinzip von unserem Tenor Sebastian Hengst und dem Ur-Besetzungs-Bass Leo Hoepner gegründet, die zwei kannten sich vom Musikgymnasium in Berlin. 2012 fanden sie dann unseren Bariton Martin Lorenz und meinen Vorgänger Till Buddecke.

Delta Q ist so bekannt, dass es eine Tournee durch ganz Deutschland und Österreich gibt - aber keinen Wikipedia-Eintrag, wieso?

Engels: Ist das 'ne Fangfrage? Vermutlich aus dem gleichen Grund, weshalb es noch keine Biografie gibt… (lacht).

Was ist das Besondere an Delta Q, wie unterscheidet sich die Band von anderen A-Cappella-Bands?

Engels: Umfangreiche Frage… Ich denke, wir heben uns zum Beispiel dadurch ab, dass wir nicht über das schreiben und singen, was wir tun (nämlich A-cappella), sondern darüber, was uns bewegt, über Inhalte. Des Weiteren sind wir auf keinen bestimmten Musikstil festgelegt, sondern wir wählen jeweils den passendsten Stil, um unsere Inhalte bestmöglich auszudrücken. Man könnte also sagen, wir definieren uns nicht darüber, dass wir Musik machen, sondern was wir mit unserer Musik aussagen.

Sie haben per Annonce nach einem Bass gesucht -- haben Sie mittlerweile einen gefunden?

Engels: Ja, endlich! Sein Name ist Sean Haefeli, er ist Jazzpianist und -sänger und steht seit 24. November mit uns auf der Bühne!

Leben Sie von der Musik?

Engels: Ja, glücklicherweise, schon!

Wie kam es dazu, dass Sie solch hoch ambitionierte Kunstvideos drehen?

Engels: Ich denke, wir finden einfach vieles schnell langweilig und suchen deshalb immer nach einem zusätzlichen Dreh oder Kick um Dinge interessant zu halten.

Wie betrachten Sie im Nachhinein Ihre Zeit auf dem Hofenfels-Gymnasium?

Engels: Es war eine schöne Zeit. Vor allem die letzten Jahre dort haben mich geprägt und haben mich auf den richtigen Weg gebracht. Gewissen Lehrern dort wie Matthias Wolf, Iwer Rosenboom und vor allem Frau Orf werd ich ewig dankbar sein...

Wann haben Sie dort Abi gemacht, wie alt sind Sie jetzt?

Engels: Abi 2001, ich bin jetzt 35.

An welchen Schulaufführungen waren Sie beteiligt?

Engels: Oje, Musikaufführungen unzählige. Matthias Wolf zieht mich immer noch gerne mit einem Auftritt im Rosengarten auf: Ich war Solist und seine Big Band hat gespielt, ich sang als Frau verkleidet "Ich will keine Schokolade!". Außerdem erinnere ich mich an einen Austausch mit Polen; ich stand dort mit Big Band und Songs aus "Blues Brothers " auf der Bühne. Am prägendsten für mich war aber die Theateraufführung von "Andorra" mit mir als Andri in der Hauptrolle. Danach wusste ich - ich werde Schauspieler.

Seit wann sind Sie bei Delta Q?

Engels: Seit diesem Jahr, also 2016.

Nach Berlin sind Sie dann wegen Delta Q gezogen? Vorher waren Sie ja in München bei Liedhaber aktiv…

Engels: Das stimmt, Sie sind gut informiert! Allerdings war Liedhaber semiprofessionell unterwegs, es war auch nicht das einzige Ensemble, mit dem ich zu Münchner Zeiten Musik gemacht hab. Außerdem bin ich von München erst noch nach Dinkelsbühl gezogen, wo ich vier Jahre am Landestheater gespielt habe, damals war ich ja noch Schauspieler. Und mittlerweile wohne ich auch nicht in Berlin, sondern in Leipzig. Doch der Sitz der Band und der Proberaum sind in Berlin. Delta Q hat sich ein bisschen auch wegen meines neuen Wohnsitzes Leipzig ergeben, weil jemand mich auf die Facebook-Ausschreibung hingewiesen hatte (ich hatte damals noch keinen Account) mit dem Hinweis "Du wohnst doch jetzt in Leipzig, das wäre doch praktisch, oder??"

Schreiben Sie für Delta Q auch eigene Songs?

Engels: Ja, einer - der Song "Bart" - ist schon Teil des aktuellen Programms, was sehr cool ist. Ein weiterer ist in der Pipeline und ich arrangiere auch Coversongs und Medleys für die Band.

Welche Verbindungen haben Sie noch nach Zweibrücken?

Engels: Meine Mutter wohnt in Oberauerbach und arbeitet im Outlet-Center, von daher geistere ich immer mal wieder durch die Stadt, wenn ich sie besuche.

Zum Thema:

Hintergrund Karten für das Delta Q-Konzert in der Aula des Hofenfels-Gymnasiums gibt es im Schulsekretariat, Tel. (0 63 32) 4 80 60, sowie beim Pfälzischen Merkur . Tickets kosten in der Kategorie A 14 Euro, ermäßigt zehn Euro. In der Kategorie B gibt es Karten für zwölf Euro, ermäßigt acht Euro. Merkur-Card-Inhaber bekommen auf alle Preise einen Euro zusätzlichen Rabatt. red