Eine neue Bestattungskultur

Der Bauausschuss hat diese Woche beschlossen, neue Bestattungsformen in Zweibrücken zu ermöglichen: Urnen-Rasengrabfelder, anonyme Sargbeisetzungen, einen Ruheforst und ein Fötengrabfeld. Damit reagiert die Stadt auf die Zeichen der Zeit, auf eine breitere Auffächerung der Bestattungswünsche der Bürger. Eine gute Entscheidung

Der Bauausschuss hat diese Woche beschlossen, neue Bestattungsformen in Zweibrücken zu ermöglichen: Urnen-Rasengrabfelder, anonyme Sargbeisetzungen, einen Ruheforst und ein Fötengrabfeld. Damit reagiert die Stadt auf die Zeichen der Zeit, auf eine breitere Auffächerung der Bestattungswünsche der Bürger. Eine gute Entscheidung. Auch der Weg dorthin war übrigens wohltuend - von den exzellent vorbereiteten und präsentierten Verwaltungsvorschlägen bis hin zur sachlichen Diskussion in dem Ratsgremium. Gäbe es das doch nur öfter in der Zweibrücker Stadtpolitik... Gut ist auch, dass Eltern, die ganz frühe Fehlgeburten erleiden, nun einen Trauerort am Waldfriedhof erhalten, und das dank der Unterstützung vieler Organisationen und Betriebe ohne Gebührenzahlung. Mag ein Fötus bestattungsrechtlich auch noch kein Mensch sein - die Trauer der Angehörigen macht dies oft nicht kleiner. Die geplante künstlerische Gestaltung des Fötengrabfeldes wird zudem den Eingang des Waldfriedhofes für alle Besucher aufwerten. Die Entwürfe sehen vielversprechend aus.Für Betroffenheit - und Irritationen - hatte lediglich die im Bauausschuss genannte Zahl von 57 Fehlgeburten im Evangelischen Krankenhaus dieses Jahr gesorgt. Konnte dies doch unbeabsichtigterweise leicht den falschen Eindruck erwecken, in Zweibrücken bestehe für Babys ein besonders hohes Risiko, nicht lebend auf die Welt zu kommen. Tatsächlich enthält die genannte Zahl aber fast ausschließlich ganz frühe Fehlgeburten in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. "Durch die Einrichtung des neuen so genanten Fötengrabes ist es nun auch Frauen möglich, Abschied zu nehmen, deren Schwangerschaft durch eine frühe Fehlgeburt einen unglücklichen Verlauf genommen hat", begrüßt auch Chefarzt Dr. Peter Mayer das geplante Grabfeld auf dem Waldfriedhof. "Bisher bestand eine Bestattungsmöglichkeit nur für Geburten ab einem Gewicht von 500 Gramm."