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Zweibrücken: Eine Liebeserklärung an die Skizze

Zweibrücken : Eine Liebeserklärung an die Skizze

(cvw) „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Dieser Erkenntnis hat Rebecca Anna, seit Jahresbeginn Standortleiterin der Bibliotheca Bipontina in Zweibrücken, eine ganze Ausstellung gewidmet. Mit „Skizzen als Kunstobjekt“ lässt sich der Generationswechsel in der Bipontina – Rebecca Anna ist 29 Jahre alt – auch in der Ausstellung erleben.

Kunst, fast zum „Anfassen“, auf jeden Fall über wissenschaftliche Betrachtung hinaus auch inspirierend für das eigene Leben.

Und zwar quer durch alle Altersstufen. So zeigt gleich die erste Vitrine an dem neu gesetzten Zugang zu den Bibliotheksräumen Skizzen für Grafitti. „Wir haben viele Schüler, die zu uns kommen“, erklärt Rebecca Anna. Den jungen Menschen will sie zeigen, dass das aus der herzoglichen Bibliothek erwachsene Bibliothekszentrum neben den kostbaren historischen Altbeständen durchaus modern und zeitgemäß ist. Piece-Book heißt das Werk, dem sie entnommen sind. Wer hört, denkt nicht gleich an „Teile-Buch“, sondern auch an „Friedens-Buch“.

Vitrine zwei verschafft einen Überblick über die gesamte Ausstellung mit einer spannenden Vielfalt an Skizzen aus ganz unterschiedlichen Einsatzbereichen: Als architektonische Bauvorlage, individuelle Landschaftszeichnung, technische Grundlage, Gedächtnisstütze, sogar als Ausdrucksmittel in der Kinder- und Jugendpsychologie. Auch diesen ist eine gesamte Vitrine gewidmet. Das Bild von Mutter, Vater, Kind gibt Aufschlüsse über die Familienverhältnisse, entstanden aus dem Unterbewusstsein. Die Skizze offenbart, wofür Worte nicht nur bei kleinen Kindern oft (noch) fehlen.

Entstanden ist die Idee zu der Ausstellung bei Rebecca Anna ganz spontan und aus dem praktischen Leben heraus. Um ihrem Ehemann zu erklären, wie sie in dem im Bau befindlichen Eigenheim gerne Stromleitungen und Steckdosen verteilt hätte, skizzierte sie diese ganz spontan. „Dass Skizzen derart vielfältig, spannend, zugleich künstlerisch wertvoll, interessante historische Belege und lebensnah sind, hatte ich gar nicht erwartet“, staunt sie selbst über die Ausstellung, die sich im Laufe ihrer Recherchen entwickelte.

Die Ausstellung ist noch bis 24. Mai zu sehen. Der Eintritt ist frei.