1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Eine heitere und spannende Begegnung

Eine heitere und spannende Begegnung

150 Gäste erfreuen sich an Operettenkonzert in der Festhalle. Eine Hommage an Emmerich Kálmán.

"Unsterbliche Operette", so verkündete es schon das Programmheft zu "Kálmán & Kálmán. Wo wohnt die Liebe?". Denn so hieß es am frühen Abend am vergangenen Sonntag im großen Heinrich-Gauf-Saal der Zweibrücker Festhalle ab 18 Uhr.

Über zwei Stunden tauchten die mehr als 150 Konzertgäste ein in die musikalische Welt der zehner und zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Emmerich Kálmán, ein ungarischer Komponist, schrieb vornehmlich Operetten und war zusammen mit Franz Lehár und anderen einer der Begründer der sogenannten Silbernen Operettenära. Erfolge feierte er vor allem mit Stücken, die in seiner Heimat spielten und von Zigeunern, Puszta und natürlich Frauen und der Liebe handelten. Seiner Musik tat es am besten, wenn es ihm schlecht ging. Denn nur dann hatte er laut seinen Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gute Inspirationen. Richtig schlecht muss es Kálmán demnach gegangen sein, als er "Gräfin Mariza", "Die Csardasfürstin" und "Antonia" komponierte.

Diese Klassiker des Genres bildeten den Kern des in der Zweibrücker Festhalle inszenierten Operettenprogramms, das Michael Suttner konzipierte. Er lieferte den roten Faden für die anregende und zuweilen heitere Melange der besten Solos und Duette aus dem Werk Kálmáns.

"Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht", das ist verständlich, wenn "Ein Leben lang küsst man" nur die Liebe zählt, bis endlich das "Heia in den Bergen" winkt. So lauten einige Titel aus dem Potpourri Kálmáns, die Susanne Klovsky am Klavier malerisch und mit Bravour grundierte. Die Sopranistin Stefanie Braun und der wegen Krankheit kurzfristig eingesprungene Tenor Markus Herzog boten für Musikbegeisterte fein interpretierte Szenen der Liebe. Die Lieder verband durch zuweilen heitere Zwischenmoderation Stefan Frey, ein Kálmán-Kenner, der eine Biographie verfasste über sein Leben und Werk.

Die Künstler brachten alles, was den Operettenliebhaber freut, erfrischend und mit Tempo aufs Parkett.

Doch nicht nur die Bühne wurde bespielt, die Künstler wandelten immer wieder mitten zwischen durch den Saal. Vor allem Stefanie Braun nutzte so den Raum und stellte viel Nähe zu den Gästen des Abends her.

Dass Operette sogar als Paartherapie in erschöpften Ehen taugen kann, hörten die Besucher ganz zum Schluss: "Das ist das Wunderbare, man kommt zwar in die Jahre, der Mann verliert die Haare. Doch wenn es um die Liebe geht, ist es nie zu spät."

Mit dieser humorvollen Einsicht in das Wechselspiel der Menschen konnte jeder am Ende nach Hause gehen und die gehörten Melodien gut gelaunt Revue passieren lassen.