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Zweibrücker Stadtfest-Auftakt: Eine ganze Stadt in einer Kiste

Zweibrücker Stadtfest-Auftakt : Eine ganze Stadt in einer Kiste

Mit dem Kofferspiel wurde gestern Abend das 38. Zweibrücker Stadtfest eröffnet. Gesucht war die kanadische Partnerstadt Barrie. Stellvertretend für seine Heimatstadt entstieg Joe Gamble der Kiste.

„In dem Koffer  ist ein Mann, der zurzeit in Zweibrücken weilt und nicht deutsch spricht“, begann Kulturamtsleiter Thilo Huble am Freitagabend seine Erläuterungen beim Kofferquiz. Doch die Person und eine Sache, die er bei sich habe, stehe symbolisch für die Lösung des Quizspiels. „So weit, so klar?“, fragte der Stadtfest-Organisator die über 400 Leute auf dem Alexanderplatz. Dabei schaute Huble in viele fragende Gesichter.

Eine aus dem Publikum gerufene Antwort „Amerika“ sei nicht schlecht, meinte Huble. „Zwischen Zweibrücken und dem gesuchten Begriff liegt viel Wasser.“ Hinweise Richtung eines Totempfahls, und dass es nicht um den Mann und die Sache gehe, sondern um eine Stadt, löste hektische Schritte bei den Mitspielenden aus. Die Worte Totempfahl oder Kanada wurden auf den Lösungzetteln gestrichen und stattdessen Barrie draufgeschrieben. Huble ließ dann den Ratenden auch einige Sekunden länger als fünf Minuten, um die richtige Antwort aufzuschreiben.

Dem Koffer oder vielmehr der Kiste entstieg dann der Lehrer Joe Gamble, der nach dem offiziellen Besuch aus der Partnerstadt Barrie noch in Zweibrücken blieb, um das Stadtfest mitzufeiern. In der Hand hielt er eine kanadische Flagge und einen kleinen Totempfahl. „Der Totempfahl gehört zu unserer Gescichte. Das ist ein Symbol der Ureinwohner“, erklärte Gamble. Zweibrückens Bürgermeister Rolf Franzen (CDU) hatte zuvor erklärt, dass der Totempfahl im Koffer eine Miniaturausgabe des Totempfahl sei, der auf „verschwungenen Wegen“ vom Zweibrücker Rosengarten nach Barrie gekommen sei. Wobei im Rosengarten weiter ein Totempfahl stehe.

Mit den Worten „letzter Freitag im Juli, 18 Uhr, das Stadtfest geht los“, hatte Franzen letztmals als Bürgermeister das „größte Fest in der region Saar-Pfalz“ eröffnet. In gut vier Wochen geht Franzen in Ruhestand. Bei der Eröffnung begrüßte er auch einen Gast aus Hamburg. „Ist noch jemand von weiter her?“, fragte er in die Runde. „Nein Bubenhausen ist nicht so weit“, antwortete Franzen mit einem Lächeln einem Gast. Auf neun Bühnen werde bis Sonntagabend über 200 Stunden Musikprogramm geboten. An 160 Ständen könnten sich die Gäste stärken.

Fritz Presl, früherer Landtagsabgeordneter der SPD, und viele Jahre Kulturamtsleiter, erzählte den Gästen, wie es zur Städtepartnerschaft mit Barrie gekommen sei. Durch die kanadische Luftwaffe und der Eishalle als Hinterlassenschaft habe Zweibrücken eine Verbindung nach Kanada, sagte Presl. Als die gebürtige Erntsweilerin Sieglinde Pigeon ihm gesagt habe, dass die Stadt Barrie eine Partnerschaft wünschte, habe er nur gefragt: „Wir sieht es mit Eishockey aus?“ Seit 20 Jahren habe es über 50 Beggnungen gegeben. Dabei hätten sich über 1600 Menschen besucht. Darunter Joe Gamble. „Wonderful country with beautiful people“, meinte er

Nach dem Kofferspiel startete auf dem Alexanderplatz die SWR1-Hitsommernacht. Auch auf den übrigen acht Bühnen lockte das Musikprogramm die Besucher. Die Fußgängerzone war bereits um 21 Uhr voller Menschen. Es gab zeitweise sogar schon Stop-and-Go. Wobei an einigen neuralgischen Punkten mehr Platz war als in früheren Jahren: Der ein oder andere Stand fehlte an der Stelle. Dennoch schlenderten die Leute nicht viel schneller durch die Partymeile. Denn zum Stadtfest gehört neben dem Musikprogramm und dem Speise und Getränkeangebot auch das Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten.

Auch für Kinder wird auf dem Stadtfest einiges geboten, freuten sich Elena, Gabriel und Sophia. Foto: Volker Baumann
Der „Hobbit-Clan“ trifft sich jedes Jahr zur Stadtfest-Eröffnung. „Da geht es rund“, versichern die Zweibrücker Highander. Foto: Volker Baumann

Das Stadtfest wird diesen Samstag und Sonntag fortgesetzt. Am Samstag treten zum Beispiel die Maggas auf dem Alexanderplatz, die Dicken Kinder auf dem Hallplatz, die Konsorten auf dem Herzogplatz, Purple Haze an der Feuerwache oder die Dullahans an der Heilig-Kreuz-Kirche auf.