Einbrechern Riegel vorschieben

Mit einer Aufklärungskampagne will die Polizei die Menschen in der Region für das Risiko eines Wohnungseinbruches sensibilisieren. Hintergrund ist die gestiegene Zahl von Einbrüchen.

Die Zahlen sind alarmierend: Nicht nur im Bereich der auch für Zweibrücken und Umgebung zuständigen Polizeidirektion Pirmasens, sondern in ganz Rheinland-Pfalz gibt es immer mehr Wohnungseinbrüche . Deshalb startet die Polizei zwei Aktionswochen.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD ): "Der Kampf gegen Einbrecher ist und bleibt eine Schwerpunktaufgabe unserer Polizei . Darum arbeiten wir nicht nur mit Ermittlungsgruppen, sondern auch mit vielen präventiven Maßnahmen." In Rheinland-Pfalz gab es nach Angaben des Innenministeriums in der Zeit von Januar bis September 2015 5202 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl. Ein Plus von 17,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2014. Die Polizeidirektion Pirmasens musste von Januar bis September 2015 194 Wohnungseinbrüche bearbeiten. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 174 Wohnungseinbrüche .

"Vor allem in den Grenzregionen zu Frankreich sind Diebesbanden aktiv", sagt Kriminalhauptkommissar Martin Sema. Die Banden sind unter anderem in Riedelberg, Hilst, Hornbach, Ludwigswinkel, Vinningen, Kröppen, Trulben, Schweix, Bottenbach und Nothweiler unterwegs. Allein in diesen Gemeinden gab es nach Mitteilung der Polizei in diesem Jahr bereits 36 Einbrüche, die meisten Einbrüche in Kröppen (8). Nicht einbezogen sind Einbrüche in Bauwagen oder in Wochenendgrundstücke und Wohnwagen. "Personenschaden gab es bislang keinen", betont Polizeihauptkommissar Gerd Fallböhmer.

Die Täter haben es überwiegend auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Elektronik-Artikel, wie zum Beispiel Mobiltelefone, interessieren die Diebe weniger. Der Aufenthalt in einer Wohnung dauert selten länger als 15 Minuten.

Die Ermittler appellieren an die Bürger, die Augen offen zu halten und ungewöhnliche Beobachtungen sofort an die Polizei zu melden, auch über die Notrufnummer 110. Polizeihauptkommissar Gerd Fallböhmer: "Wir nehmen jeden Einbruch ernst und wollen die Täter fassen. Wir sind auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Jedes verdächtige Auto, jede verdächtige Person interessiert uns."

Fallböhmer und Sema wissen, dass die Täter maximal zwei bis fünf Minuten lang versuchen, in ein Haus zu gelangen. "Viele Einbrüche enden als Versuch. Bei fast jedem zweiten Einbruchsversuch scheitern die Täter an den Sicherungseinrichtungen. Kommt der Einbrecher nach zwei bis fünf Minuten nicht ans Ziel, bricht er die Tat in der Regel ab", berichten die beiden Experten .

Ungeduldige Langfinger

Wie kann ich mich vor einem Einbruch schützen? Gerd Fallböhmer: "Ist ein Haus gut gesichert, geben die Täter schnell auf und versuchen ihr Glück am Nachbarhaus. Deshalb raten wir jedem, sein Eigentum gut zu schützen und gut zu sichern, auch mit Bewegungsmeldern und Kameras. Ein Einbrecher sucht immer den Weg des geringsten Widerstands."

Die Ermittler warnen vor gekippten Fenstern oder Haustüren, die nur ins Schloss gezogen sind. Gerd Fallböhmer: "Das sind Einladungen an die Täter." Zudem bieten Hecken und Sträucher oder schlecht beleuchtete Hinterhöfe nicht nur den Bewohnern einen Sichtschutz, sondern auch den Einbrechern.

Wer sicher sein möchte, kann sich persönlich und individuell von der Polizei beraten lassen. Gerd Fallböhmer: "Unsere Experten schauen sich das Haus an und empfehlen dann die passenden Vorkehrungsmaßnahmen. Wichtig sind auch aufmerksame Nachbarn. Diese sind ein wichtiger Schutz vor Einbrechern."

Rheinland-Pfalz hat gestern das Aktionsprogramm "Einbruchschutz" gestartet, das bis 8. November läuft. "In dieser Zeit fahren unsere Streifenwagen mit dem roten Logo "Kein Bruch", berichtet Polizeihauptkommissar Fallböhmer. Morgen steht die Polizei , unterstützt von Experten der Verbraucherzentrale, mit einem Informationsstand auf dem Hallplatz in Zweibrücken und am Mittwoch, 28. Oktober auf dem Schloßplatz in Pirmasens, jeweils von zehn Uhr bis zwölf Uhr. "Nachmittags sind wir dann im deutsch-französischen Grenzgebiet unterwegs", so Fallböhmer.