Ein Virtuose auf dem Horn

Mit Werken von Robert Schumann, Richard Strauss, Ludwig van Beethoven, Reinhold Gliére und Joseph Rheinberger begeisterten Felix Klieser und Christof Keymer (Klavier) das Publikum im Wintergarten der Zweibrücker Festhalle.

Die Menschen mit Klängen berühren - das ist der Ansporn für den Hornisten Felix Klieser. Dass dies der 23-Jährige vermag, bewies er am Mittwochabend gemeinsam mit dem Pianisten Christof Keymer während eines Konzertes im Wintergarten der Zweibrücker Festhalle. Klieser, der ohne Arme geboren wurde, hat eine Ansatztechnik erarbeitet, die ihn den typischen weichen und dunklen Klang des Horns auch ohne Hand im Schalltrichter erzeugen lässt. Für den Vorsitzenden der Mozartgesellschaft, Walther Theisohn, gehört Klieser schon jetzt zu seinen "Helden und Legenden", dem diesjährigen Motto des Festivals Euroclassic. Schließlich gelte der Hornist als einer der vielversprechendsten Nachwuchskünstler in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Echo Klassik ausgezeichnet.

Auch für die Veranstaltung von Euroclassic, die auch der Beginn der Saison der Mozartgesellschaft bedeutete, hatte Klieser einen Strauß an klassischen Melodien zusammengestellt. Los ging es mit Robert Schumanns Adagio und Allegro As-Dur, op 70, den er langsam, und mit innigem Ausdruck zu Gehör brachte. Horn und Klavier wurden im ständigen Wechsel auf Augenhöhe gespielt. Im schnellen zweiten Satz, dem Allegro, präsentierte der Hornist dann schmetternde Fanfarenklänge. Schumann hat solche Fanfaren in die Kammermusik geholt, während 1848 die Revolution in Dresden tobte.

Das Duo brillierte auch bei der Andante C-Dur op. posth. von Richard Strauss und der Sonate F-Dur, op. 17 von Ludwig van Beethoven . Dieser komponierte das Werk für den damals weitaus bekannteren Hornvirtuosen Giovanni Punto, wie der Nachwuchskünstler erzählte. Das Stück startet gleich mit dem fanfarenhaften Einstieg, auf den das Klavier antwortet.

In der zweiten Hälfte des fast eineinhalb-stündigen Konzertes wurden vier Stücke aus op. 35 von Reinhold Gliére aufgeführt, die vor allem von dem Pianisten Keymer geschätzt werden, der Dozent für Klavier an der Musikhochschule in Hannover ist. Zum Finale folgte dann die Sonate in Es-Dur, op. 178 von Joseph Rheinberger.