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Wegen Kultursommer-Verschiebung: ein Trostpflaster aus dem Kulturamt

Wegen Kultursommer-Verschiebung : ein Trostpflaster aus dem Kulturamt

(nlg) Nanu!? Ein Walkact-Künstler in der Zweibrücker Fußgängerzone und das in dieser Corona-beeinflussten Zeit, in der man auf solch eine kulturelle Unterhaltung nun schon seit Monaten verzichten muss?

Die Fußgänger am Samstagvormittag hatten dennoch richtig gesehen, denn tatsächlich war ein Performance-Künstler mehrere Stunden lang in der Innenstadt unterwegs.

Dass dieser unterwegs war, war eine Überraschung des Kultur- und Verkehrsamtes, die absichtlich nicht angekündigt wurde, um zwar die Menschen zu erfreuen, die sowieso in der Innenstadt unterwegs waren, aber andererseits natürlich nicht dazu führen sollte, dass auf den nötigen Abstand verzichtet wird. „Mit „Abstand“ der schönste Kultursommer, den es je gab…“, stand daher auch auf dem Plakat geschrieben, welches den Künstler begleitete. Ein Hauch Straßentheater also, an dem Wochenende, an dem normalerweise die große Eröffnungsveranstaltung des „Kultursommers Rheinland-Pfalz“ hätte stattfinden sollen, die ja aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste.

Gestartet wäre der Kultursommer am Freitagabend mit einem Abba-Abend in der Festhalle, am Samstag hätten dann die Nordlichter über dem Rathaus leuchten sollen. Zeitgleich hätte wie jedes Jahr am Muttertags-Wochenende auch das Straßentheater-Spektakel stattgefunden, bei dem jedes Jahr zahlreiche Walkact-Künstler die Zuschauer verzaubern. Stattdessen gab es dafür nun wenigstens ein Trostpflaster, im wahrsten Sinne des Wortes, denn genau das stellte Performance Künstler Olaf Leonhard vom Stelzentheater Leonhard aus Bielefeld dar. Ein eingewickeltes Trostpflaster, versehen mit bunten Ballons und jeder Menge Seifenblasen, die poesievoll ihre bunten Bahnen zogen, aus dem Nichts entstehen, den Zuschauer in ihren Bann ziehen und irgendwann zerplatzen. So wie auch dieser Zustand, der die Menschen seit Wochen in Atem hält, sich auch hoffentlich bald wieder in Luft auflöst.

Nicht nur unangekündigt, sondern auch spontan ist die Idee zu dieser Aktion entstanden. Nur zwei Tage zuvor, am Donnerstag, führte ein ungeplantes Telefongespräch zwischen Kulturamtsleiter Thilo Huble und Künstler Olaf Leonhard zu der Idee, die Leonhard spontan vorschlug. Huble gefiel die Idee und gab grünes Licht. „Gerade weil im Moment nicht die Stunde der Veranstaltungen schlägt und die Welt auf dem Kopf steht, sollte der Luftikus“ als bewegliche Kunst für ein paar Momente die Seele verwöhnen. Jetzt in der Zeit, wo Innehalten in der Gesellschaft viel Raum bekommen hat“, beschreibt Thilo Huble die Motivation für die Aktion und erklärt weiter: „Abstand halten und Ansammlungen vermeiden war natürlich auch bei der Aktion wichtig und die thematische Botschaft. Als mobiler Walkact hat die Performance damit auf nette Art und Weise das Miteinander zum sicheren Erlebnis gemacht. Gleichzeitig ein plakativer Hinweis auf die in den Mai 2021 verschobene Kultursommereröffnung Rheinland Pfalz in Zweibrücken die nochmals das Thema „Nordlichter“ aufruft.“ Aufgeschoben, nicht aufgehoben.