Ein Symbol gegen das Vergessen

Zweibrücken. Aus der Niederauerbach-Kaserne sind Soldaten in der Innenstadt angerückt, um rund um die Zweibrücker Alexanderskirche alles für die morgige Trauerfeier vorzubereiten, die hier um elf Uhr beginnen wird. Die Fallschirmjäger wollen sich hier angemessen von ihren am Montag im afghanischen Kundus getöteten Kameraden, dem Stabsgefreiten Roman S

Zweibrücken. Aus der Niederauerbach-Kaserne sind Soldaten in der Innenstadt angerückt, um rund um die Zweibrücker Alexanderskirche alles für die morgige Trauerfeier vorzubereiten, die hier um elf Uhr beginnen wird. Die Fallschirmjäger wollen sich hier angemessen von ihren am Montag im afghanischen Kundus getöteten Kameraden, dem Stabsgefreiten Roman S. aus Landstuhl und dem Stabsunteroffizier Patrick B. aus Potsdam, verabschieden.Ortswechsel: Stabsfeldwebel Ralf Kreutzer steht auf einem von Laub bedecktem Rasenstück nahe des Haupttors der Zweibrücker Kaserne. Nur Absperrband und einige Markierungen weisen auf ein Ehrenmal für gestorbene Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 263 hin, das hier entsteht.

Denn Kreutzer ist der Ansicht, dass die Erinnerung an seine Kameraden in Zukunft nicht verblassen darf. Von ihm ging die Initiative für das Ehrenmal aus.

Der Gedanke kam ihm bereits, als der Zweibrücker Hauptfeldwebel Mischa Meier am 27. August bei Kundus sein Leben verlor (wir berichteten). An ihn sowie an die in Bosnien bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückten Soldaten Tim Heinen und Zoran Krakic sollte das Mahnmal erinnern. Seitdem ist Kreutzer pausenlos im Einsatz, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Er sagt: "Dass so bald noch weitere Kameraden dazu kommen könnten, hätte keiner gedacht. Wir sollten jetzt nicht nur von Kameradschaft sprechen, sondern sie auch leben." Kreutzer, 43-jähriger Berufssoldat, war selbst schon in Somalia, Afghanistan und dem Kongo im Einsatz. Als Vertrauensperson am Standort Zweibrücken ist Kreutzer auch Ansprechpartner für die Soldaten. Für die in der Heimat,und auch für jene im Ausland. Er hat in den letzten vier Wochen Genehmigungen eingeholt, Bauanträge eingereicht und eine Gründergemeinschaft ins Leben gerufen - alles um sein Anliegen umsetzen zu können. Zweibrücker Steinmetze wurden von Kreutzer für Kostenvoranschläge kontaktiert, und für das Projekt hat er "kräftig Klinken geputzt". "Die Resonanz war groß", sagt Kreutzer, der auch einen Spendenaufruf für das Denkmal gestartet hat. 5000 Euro sind bis jetzt zusammen gekommen, und die Schwesterkompanien in der Luftlandebrigade 26 haben ihm volle Unterstützung signalisiert. Auch der Zweibrücker Stadtrat hat gestern Abend per Eilentscheidung zugestimmt, das Ehrenmal mit 3000 Euro zu unterstützen.

"Die Kameraden in Kundus finden die Idee ebenfalls sehr gut", erklärt der Soldat. Wichtig ist Kreutzer vor allem das Projekt schnell fertig zu stellen, um einen symbolischen Anlaufpunkt zu haben. Ende nächster Woche beginnen laut Kreutzer die Arbeiten, spätestens am 16. November, dem Volkstrauertag, soll der Grundstein gelegt werden.

Eine achteckige Grundfläche ist geplant. Kreutzers Skizzen zeigen eine Stele aus geschliffenem Granit, die aus dessen Mitte etwa zweieinhalb Meter hoch aufragt. Darum mehrere Lampen im Boden. Bänke und Lebensbäume sollen die Stele umrunden - ein Ort der Stille soll es werden. In der Mitte der Stele sind dann durch einen Spalt Namen, Einheit und Todestag der Soldaten zu sehen. Hier wird laut Kreutzer zusätzlich Platz eingeplant: "Falls weitere Namen dazu kommen werden." Außen auf dem Ehrenmal wird "In Gedenken an unsere Kameraden" eingraviert.