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Unsere Woche: Ein Sieg der Vernunft

Unsere Woche : Ein Sieg der Vernunft

Als ich am Dienstag (nicht in Zweibrücken) die Schulbücher meiner Kinder einschlagen lassen wollte, war ich den halben Vormittag beschäftigt. Obwohl ich der einzige Kunde war. Warum? Weil die Dame, die sich unserer Ausbildungsliteratur annahm, noch zwei weitere Aufgabenfelder zu beackern hatte.

Deretwegen musste sie ihre Arbeit an meinem Auftrag immer wieder unterbrechen.  Wie es halt so ist bei uns: Die Arbeit wird nicht weniger, nur die Anzahl der Mitarbeiter, die sie bitteschön zu erledigen haben.

An diesen entschleunigten Vormittag musste ich bei der Diskussion über die Beigeordneten-Stelle im Stadtrat denken: Die Sparzwänge, denen sich der Unternehmer ausgesetzt sieht, gelten im Prinzip auch für die öffentliche Verwaltung; die Aufsichtsbehörde mahnt immer wieder zum Ausschöpfen von Sparpotenzialen. Diesen Vorgaben nachzukommen, ist mühsam genug und führt häufig zu wenig zufriedenstellenden Lösungen. Warum man aber dann sozusagen im vorauseilenden Gehorsam (oder  um mehr politisches Personal unterbringen zu können) einen Kostenposten, der von den Sparkommissaren gar nicht ernsthaft in Frage gestellt wird, freiwillig opfern soll, will mir nicht in den Kopf. Gut, dass es dazu nicht gekommen ist. JAN ALTHOFF