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Krankenhaus-Schließung: Ein Selbstlob, das höhnisch klingt

Krankenhaus-Schließung : Ein Selbstlob, das höhnisch klingt

Der Krankenhausstrukturfonds soll helfen, deutschlandweit Überkapazitäten bei Kliniken abzubauen. Wie notwendig das Mainz in puncto Zweibrücken bewertet hat, machen die Zahlen deutlich: 26 von 48 Millionen Euro aus diesem Topf kommen den hiesigen Trägern zu Gute – für die Schließung des Evangelischen und einen Anbau ans Katholische.

Da blieb nur noch Geld für landesweit ein (!) anderes Projekt. Geld der Steuer- und Krankenkassenbeitragszahler. Geld, das nicht hätte fließen müssen, wenn die beiden hiesigen Träger ihr Angebot aufeinander abgestimmt hätten, anstatt sich bewusst Konkurrenz zu machen. Wie stolz sich Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) indes dazu äußert, dass das Land den kompletten Strukturfonds ausgeschöpft hat, klingt in den Ohren der Betroffenen wie Hohn. Man habe Zweibrücken „beim notwendigen Strukturwandel geholfen“. Unausgeprochen: Indem man dabei assistiert hat, das Evangelische plattzumachen. So überversorgt die Region auch gewesen sein mochte, ob der für vermutlich 26 Millionen Euro erkaufte Status quo besser ist, muss sich noch zeigen. Sich in Mainz demonstrativ auf die Schulter zu klopfen, kommt hier ganz schön höhnisch an.