Ein Recht auf Antworten

Malu Dreyer ist nicht der Messias. Sie kann keine Wunder wirken, allenfalls Zeichen setzen. Das hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin gestern getan. Mit ihrem sehr kurzfristig anberaumten Besuch an dem von der Schließung bedrohten Flughafen und dem Gespräch mit einem Dutzend Beschäftigter.Die Hintergründe ihrer Stippvisite zu bewerten und darüber zu befinden, ob denn der Abstecher nach Zweibrücken aus innerer Einsicht und ehrlicher Sorge oder doch eher als parteipolitischer Reflex auf das partiell wenig sensible Agieren der Landesregierung in den vergangenen Tagen passierte - all das eignet sich augenscheinlich bestens fürs tagespolitische Ränkespiel im allenfalls noch müde belächelten Hauen und Stechen zwischen Regierung und Opposition.

Wie auch die peinliche Posse um Unterschriften im Pseudo-Sommerloch der angeblichen Nachrichtenarmut sogar noch besser als zu anderen Zeiten eine Bühne findet . . .

Den Menschen, die am Flughafen um ihr Schicksal bangen, ist dies längst zuwider. Und nicht nur ihnen. Die von der Arbeitslosigkeit betroffenen Flughafenangestellten erwarten mit Recht ganz andere Antworten. Antworten auf ihre drängenden Fragen, was ihre Zukunft angeht. Da ist die Zusicherung des individuellen Coaching-Angebotes hilfreich. Aber zu wenig. Und dass die Agentur für Arbeit ein eigenes Büro am Flughafen einrichtet, ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ministeriell motiviertes marketingtechnisches Management, möchte man meinen.

Wer den um Job und Zukunft Bangenden Mut machen und Perspektiven aufzeigen will, der muss andere Optionen im Portfolio haben. Der muss zwangsläufig auch beschäftigungspolitische Chancen im weiten Verbund von landeseigenen Institutionen und Gesellschaften in der Hinterhand haben. Der muss - wie gestern zumindest signalisiert - letzten Endes verbindliche Zusagen geben (können).

Zumindest aber vor Ort Antworten geben, wo andere lieber den Vorwurf, dass sie schweigen, in der Addition von sinn- und inhaltsfreien Sprechblasen zu entkräften suchen und politisch grün durch China touren.