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Ein närrischer Profi in Sachen Lachen

Ein närrischer Profi in Sachen Lachen

Die Katholischen Frauen feierten Fastnacht mit Komödiant Oliver Betzer und einem abwechslungsreichen Programm.

Katholiken verstehen Spaß und wissen, fröhlich zu feiern. Daran ließ die lustige Faschingsveranstaltung bei der kfd Heilig Kreuz am Dienstagnachmittag keinen Zweifel. In einem Witz erklärte die Vorsitzende, Maria Rimbrecht als Kammerzofe, zur Begrüßung auch den Zusammenhang zwischen Kirche und Karneval und stimmte auf den Höhepunkt des Nachmittags ein: den Besuch von "d'Härtscht" alias Oliver Betzer.

Der bekannte, Komödiant aus Waldfischbach-Burgalben brachte über eine Stunde lang die mehr als 60 feierfreudigen Damen vom Kindes- bis Seniorenalter und einige Herren zum Schmunzeln, Lachen und Mitklatschen. Gut gelaunt und verkleidet als einer der drei Musketiere hatte sich auch Pfarrer Emanuel unter die mit lustigen Hüten oder schicken Glitzer-Gewändern verkleideten kfdlerinnen gesellt.

In einer Latzhose mit einem offenen Träger auf einem überdimsensionalen Kinderstuhl thronend, berichtete "Klään Härdscht" von seinem Alltag in Schule und Familie: etwa dem Ärger mit Oma, als er Opa zum 100. Geburtstag Gras schenkte. "Dabei hat Papa gesagt, wenn der Opa ins Gras beißt, bekommen wir einen Flachbildfernseher", greinte der Enkel. Oder von seiner Erkenntnis, das Schulgebäude sei 1,40 Meter hoch. "Ich bin 1,60 und die Schule steht mir bis zum Hals", hatte er dem unverständigen Lehrer erklärt. Auch an Papas "Schlaganfall", nach dem sein Hosenboden noch heute grün und blau sei, bloß weil er Jesus mit der Entführung seiner Eltern Maria und Josef von der Kirchenkrippe erpresst hatte, ließ "d'Härdscht" sein lachendes Publikum teilhaben.

Nach der Kaffeepause mit frischen Berlinern wunderten sich viele der älteren Besucherinnen, woher jetzt die fremde Dame plötzlich kam. Bis sie merkten, dass "Fraa Härdscht" von ihrer Kreuzfahrt erzählte: Seekrankheit, Landgang, "Kapitäns-Dinner" und ihrem Abendkleid, das sitze, wie eine zweite Haut und bei dem niemand wisse "ob sie hinein wolle oder hinaus".

Zum Abschluss brachte Oliver Betzer - mit Riesenbusen und Stöckelschuhen im Wildkatzen-Kleid - den Saal noch einmal gewaltig in Bewegung und ließ zu bekannten Seemanns-Shantys alle rund um Madagaskar mitrudern, klatschen, schunkeln und die Arme schwenken. Seine Gage spendete der großzügige Fasenachter anschließend für einen "guten Zweck".

"Hier ist immer eine tolle Atmosphäre. Ich finde auch super, dass es ein professioneller Komödiant ist", lobte Hilde Neumüller. Renate Erb, die mit ihrer betagten Mutter Maria Lang zu Gast war, fand es "sehr lustig": "Besonders den zweiten Teil mit der Weltreise, bei dem man dann auch noch mitmachen konnte."

Termine der kfd Heilig Kreuz im Internet unter heiligkreuz.info