Ein Mann macht reinen Tisch

Zweibrücken. Blitzblank präsentiert sich der Chef-Schreibtisch im Bauamt. Bis gestern arbeitete Kurt Dettweiler daran. Ab heute ist Schluss. Dettweiler nimmt seinen Hut als Baudezernent, der Stadtrat hat es mehrheitlich so gewollt (wir berichteten mehrfach)

Zweibrücken. Blitzblank präsentiert sich der Chef-Schreibtisch im Bauamt. Bis gestern arbeitete Kurt Dettweiler daran. Ab heute ist Schluss. Dettweiler nimmt seinen Hut als Baudezernent, der Stadtrat hat es mehrheitlich so gewollt (wir berichteten mehrfach).Und jetzt? Fällt Dettweiler in ein Loch? "Es geht mir schon ein bisschen nach", erklärt der 54-Jährige im Gespräch mit dem Merkur. "Fünf Jahre lang habe ich dieses Amt ausgeübt. Da steckte viel Herzblut drin. Ich werde jetzt aber nicht in Depressionen verfallen", erklärt er schmunzelnd. Er sei selbstständiger Ingenieur, es verbleibe auch ohne die von ihm ehrenamtlich betreute Dezernenten-Stelle genug Arbeit.

Dass Dettweiler, der das Bauamt so leidenschaftlich führte, nun gehen muss, stößt nicht nur bei ihm auf Kritik. "Es gibt bei vielen Bürgern Unverständnis über diese Entscheidung, etliche sehen das, was da passierte, als ein politisches Machtspiel, um dem Oberbürgermeister, der die Behörde jetzt leitet, zu schaden", ärgert sich der scheidende Dezernent. Scharfe Kritik äußert Dettweiler an FDP-Fraktionschef Walter Hitschler. Dieser erwies sich im Stadtrat als entschiedener Gegner des Baudezernenten. Hitschler warf ihm vor, er habe mit seinem Nein gegen Wiederkehrende Beiträge einen Straßen-Sanierungsstau verursacht. Ferner habe er dem Hilgard-Center-Investor Manfred Schenk Knüppel zwischen die Beine werfen wollen. Dettweiler: "Das ist unterste Schublade, diese Vorwürfe sind unverantwortlich." > Seite 20: Bericht

"Fünf Jahre lang habe ich dieses Amt ausgeübt.

Da steckte viel Herzblut drin."

Kurt Dettweiler

Auf einen Blick

In seiner Bilanz zu fünf Jahren Tätigkeit als Baudezernent hebt Kurt Dettweiler folgende Entwicklungen positiv hervor:

die Sanierung der Fasanerie, den Neubau der Mannlich-Realschule, die Arbeiten am Rosengarten und dessen Eingang, die Bereitstellung des Geländes am Bahnhof für das Unternehmen König, das Hilgard-Center mit der damit verbundenen Sanierung des Hilgard-Hauses, die Arbeiten auf dem Flughafen-Areal für die Ansiedlung des Unternehmens Conergy, der Ausbau der Bliestalstraße, die Bereitstellung des Baugebietes "Ölkorbberg" und weitere Baugebiete.

Noch nicht abgeschlossene Projekte, die Dettweiler gerne zu Ende geführt hätte, sind: die Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes für die Stadt, die Sanierung der Innenstadt sowie "wichtige Straßenbaumaßnahmen".

Ab heute wird das Bauamt von Oberbürgermeister Helmut Reichling geführt. "Die Übergabegespräche sind gelaufen, ich habe Herrn Reichling dabei auf den neuesten Stand gebracht", erklärt Dettweiler. eck