Ein Hauch von Star Wars

Der Komponist Sergej Prokofjew steht für spannungsgeladene Werke. Das unterstrich gestern Abend auch das Moldawische Nationalballett, das in der Festhalle dessen Version von Romeo und Julia aufführte.

Romeo und Julia - zwei Namen, die in ihrer Verbindung für eine bedingungslose Liebe und ein fatales Ende stehen. Dass dieses Werk des englischen Schriftstellers William Shakespeare nicht nur als Theaterstück die Zuschauer in den Bann zu ziehen vermag, zeigte gestern Abend das Moldawische Nationalballett in der Zweibrücker Festhalle. Grazil und leichtfüßig tanzte das 60-köpfige Ensemble über die Bühne und unterstrich mit Mimik und Gestik die Dramatik des Balletts von Sergej Prokofjew aus dem Jahr 1935 . Das Werk, das der russische Komponist für das Bolschoi-Theater in Moskau schrieb, galt zunächst als nicht tanzbar. Heute zählt die großartige Komposition zu einer der berühmtesten Ballettmusiken des 20. Jahrhunderts.

Dem Choreographen Eugen Girent gelang es, mit brillanten Solonummern und farbigen Szenen die gegensätzlichen Gefühle von Liebe und Hass einfühlsam zu vermitteln. So standen die schwerfälligen Rhythmen des "Tanzes der Ritter" den zarten und jugendlich-lebhaften Themen gegenüber, die Julia kennzeichnen. "Tanz der Ritter" wirkte düster und spannend, hatte aber dennoch leicht romantische Untertöne. Der Anfang vermittelte sogar einen Hauch von Star Wars.

Durch den Verzicht auf ein umfangreiches Bühnenbild lenkte Girent die Aufmerksamkeit auf das szenische Geschehen. Die Tänzer standen deshalb auch in den großen Szenen, wie dem bunten Treiben auf dem Markt oder dem Maskenball, ganz im Fokus der Zuschauer.

Das Moldawische Nationalballett stehe seit 1957 für hohe tänzerische Qualität und Stilbewusstsein für das klassische Repertoire, so Regisseur Veaceslav Ocunev. Es sei der russischen Ballett-Tradition eng verbunden. Die hervorragenden Solisten drückten der Aufführung dank ihrer herausragenden tänzerischen und darstellenden Fähigkeiten einen unverwechselbaren Stempel auf.