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Kommentar: Ein gutes Geschäft auf Kosten anderer

Kommentar : Ein gutes Geschäft auf Kosten anderer

Nach dem Aus des Evangelischen letzten September kristallisiert sich mehr und mehr heraus, was man immer befürchten musste: Deutlich ehe die Öffentlichkeit etwas von der drohenden Schließung erfuhr,  waren längst oder wurden gerade die Weichen gestellt.

Weniger für eine Rettung des Hauses unter anderer Trägerschaft. Land und Träger diskutierten wohl vielmehr, wie der LVIM den Fördertopf „Krankenhausstrukturfonds“ ordentlich anzapfen kann, damit er sein Haus schließt, im Sinne des Landes Überkapazitäten an Betten tilgt, und dabei finanziell im schlimmsten Fall sehr weich fällt. Lange war von bis zu acht Millionen Fördermitteln die Rede. Inzwischen ist bekannt, dass noch vor der Klinikschließung mehr als das Doppelte vom Land als förderfähig beschieden wurde. Auch wenn der LVIM sich letztlich finanziell beteiligt, die Abwicklung des Hauses war für ihn ein gutes Geschäft. Die Dummen sind die Mitarbeiter, Bürger, Steuer- und Krankenkassenbeitragszahler. Wenn dem LVIM sogar der Abriss bezahlt würde, bräuchte er sich auch nicht groß um eine Nachnutzung, etwa Vermietung oder Verkauf an die interessierte Investorengruppe, zu scheren. Er hätte dann ein bereinigtes Grundstück in guter Lage, mit dessen Verkauf er ordentlich Geld machen könnte. Auf Kosten anderer.