Ein bewegtes Leben

Richard Antoni zeigte in der Zweibrücker Bibliotheca Bipontina in seinem Vortrag „Mehr als ein Wanderbischof“ drei Bücher mit einem Bezug zu Pirminius. Anschaulich erklärte er Bezüge und besonders die Geschichte der Werke.

"In der Bipontina versuchen wir stets, Veranstaltungen rund ums Buch anzubieten. Beim heutigen Thema ist der Bezug mehrfach gegeben", eröffnete Bibliotheksleiterin Sigrid Hubert-Reichling den Vortrag "Mehr als ein Wanderbischof" über den heiligen Pirminius.

Als Gründer des Kloster Hornbach legte er mit die Wurzeln des Landesbibliothekzentrums und Richard Antoni stellte am Donnerstagabend drei wichtige Bücher in Bezug auf den Heiligen vor.

Pirminius, der von etwa 670 bis 753 lebte und in Hornbach starb, war Wandermönch und besonders für seine Klostergründungen im damaligen Frankenreich bekannt.

Das erste Buch, welches Antoni vorstellte, hatte eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Geschrieben im sechsten Jahrhundert auf Sardinien, wanderte es bis heute mehrmals zwischen den Britischen Inseln und dem Festland her. Heute befindet es sich in der Bibliothek des Oxford Colleges. "Wahrscheinlich wurde es während des 30-jährigen Krieges erbeutet und wurde nach England gebracht", beschrieb Antoni den letzten Weg. Bei dem Schriftstück handelt es sich um die Apostelgeschichte in Griechisch und Latein . Laut Antoni handelt es sich um ein Studienexemplar, da das Pergament, trotz seines Wertes, nicht vollgeschrieben wurde und die beiden Textversionen gegenübergestellt wurde.

Der Bezug zu Pirminius ergibt sich aber nicht aus dem ursprünglichen Text. Neben dem apostolischen Glaubensbekenntnis fanden Forscher eine Notiz, die mit dem Griffel hinzugefügt wurde und den Besitz anzeigen sollte "maria virg gaumundum - Der Jungfrau Maria Hornbach", übersetzt Richard Antoni. Da das Kloster in Hornbach in seiner Anfangszeit Maria geweiht war, kann dieses Buch zusammen mit Pirminius in Hornbach gewesen sein.

Als Nächstes stellte Antoni "passionarium novum" vor. In diesem Werk sind mehrere Lebensgeschichten untergebracht und eben auch das Wirken des Pirminius. Antoni datiert die Entstehungszeit auf circa 850 und erklärte dies auch: "Alles steht im Präteritum bis der Autor über die Übertragung der Gebeine des heiligen Pirminius berichtet und das geschah in etwa 100 Jahre nach seinem Tod."

Für die These, dass Pirminius mehr als ein Wanderbischof und Klostergründer gewesen sei, zog Antoni einen dritten Codex heran. Mit "Scarapsus" hinterließ Pirminius einen eigenen Text. Dort fasste er unter anderem die Heilsgeschichte, das Vater unser und die zehn Gebote in teilweise einfachem Latein und damit für viele verständlich zusammen.

Das Besondere aber ist, die erstmalige komplette Niederschrift des apostolischen Glaubensbekenntnisses. "Dieses Werk zeigt, dass Pirminius mehr war als ein einfacher Wandermönch. Dieser Text ist eine dogmatische und ethische Grundschrift", so Antoni.