Naturheilverein Südwestpfalz Mit Augenübungen besser sehen

Zweibrücken · Mit einem Augentraining konnte Andreas Eichhorn vor 20 Jahren in nur zehn Sitzungen seine plötzlich geschwächte Sehkraft zu 100 Prozent wieder herstellen. Seitdem beschäftigt ihn das Thema und das Vorstandsmitglied im Naturheilverein Südwestpfalz teilt sein Wissen gerne mit anderen.

 Unter anderem mit dem Sehtraining mittels einer „Punktekarte“ konnte Andreas Eichhorn seine Sehfähigkeit wiederherstellen.

Unter anderem mit dem Sehtraining mittels einer „Punktekarte“ konnte Andreas Eichhorn seine Sehfähigkeit wiederherstellen.

Foto: Cordula von Waldow

Mit zunehmendem Alter scheint die Sehkraft abzunehmen. Die meisten Menschen über 50 greifen zur Lesebrille, um etwas zu entziffern, und wählen ab da immer stärkere Dioptrin-Werte. Ständiges Starren in den PC oder auf‘s Handy stressen die Augen ebenso. „Schlechter Sehen im Alter muss nicht sein“, weiß Andreas Eichhorn, „man kann selbst sehr viel dafür tun, um seine Sehkraft zu erhalten und sogar wieder zu verbessern.“ Das Vorstandsmitglied im Naturheilverein (NHV) Südwestpfalz stellte vor 20 Jahren eine plötzliche, rapide Verschlechterung seiner Sehkraft fest. Der 59-jährige Pfälzer berichtet: „Der Augenarzt, Professor Richard Stodtmeister in Pirmasens, hatte mich damals zu einer Sehtrainerin überwiesen. Das war mein Glück.“

Dort lernte er, was den Augen schadet und wie er sie auf vielfältige Art und Weise selbst trainieren kann. Nach nur zehn Trainingseinheiten konnte er wieder mindestens so gut sehen, wie früher. „Ich bin sehr dankbar, dass mein Augenarzt mir meine Eigenverantwortung aufgezeigt hat. Seitdem betrachte ich mein Sehenkönnen nicht mehr als Selbstverständlichkeit, sondern achte auf meine Augen, pflege sie regelmäßig und danke ihnen, dass ich so klarer sehen kann.“

Zur Augenpflege gehören gelegentliche Kompressen mit warmem oder kühlem Heilkräutertee ebenso, wie regelmäßiges Palmieren (siehe Info). Auch seine Sehübungen hat er zumindest sporadisch beibehalten und sich in der Thematik regelmäßig weitergebildet. Zu seinen Favoriten gehört die Augenforschung von Dr. William Bates sowie Bücher von Leo Angart, der als einer der „Väter der Augenübungen“ gilt. Wenngleich ohne persönliche Erfahrung damit, weiß Andreas Eichhorn auch von Rasterbrillen, mit denen man seine Augen effektiv trainieren kann und die von Nutzern sogar als Sehhilfen genutzt werden.

Beim NHV hält Andreas Eichhorn gelegentlich Vorträge mit Übungseinheiten zum Sehtraining. „Ich experimentiere mit den Übungen, die mir Spaß machen. Das ist ein ganz wichtiger Faktor, nicht jede Übung passt zu jedem Typus“. So empfiehlt der Chemiker, das Augentraining spielerisch anzugehen. Lange Nachtfahrten bei Blendlicht, langes Arbeiten am PC und lange Aufenthalte in Räumen mit Kunstlicht seien extrem anstrengend und führe zu roten, brennenden, trockenen oder müden Augen. Er beschreibt: „Unsere Augäpfel werden durch Muskeln gehalten und bewegt. Diese versteifen bei dem fixierten Starren in den PC regelrecht.“ Deshalb sei ratsam, langsam mit dem Augentraining zu beginnen und sich auf keinen Fall zu überfordern und dann womöglich frustriert aufzugeben. „Das gibt regelrecht Muskelkater!“ weiß Andreas Eichhorn aus Erfahrung.

Seine Lieblingsübung ist „die mit der Pappe“: Auf eine dünne Pappe werden auf beiden Seiten gegenüberliegend im Abstand von vier Zentimetern dickere Punkte auf einer Linie aufgemalt (ganz wichtig – am besten zur Kennzeichnung mit einer Nadel durchstechen), fünf Punkte oder mehr. Die Pappe wird senkrecht an der Nasenspitze angelegt und die Augen wandern die Punkte der Strecke hinauf und hinunter. Am jeweiligen Fixpunkt entsteht ein X. Ein Selbstversuch zeigt schnell: Es funktioniert, in „bequemer“ Entfernung einfacher, ganz dicht oder weit entfernt (je nach Sehschwäche) ist es anspruchsvoll.

„Es braucht den Willen zur Veränderung. Dann funktioniert es auch“, weiß der besonders in Gesundheitsfragen vielseitig interessierte Eichhorn. So spiele beispielsweise die Ernährung eine wichtige Rolle, über die im Volksmund bekannten Möhren hinaus sowie die Beleuchtung. Er habe die Erfahrung gemacht: „Unser modernes Kunst-Licht ist Gift für die Augen. Sonne, Mond, Schummerlicht oder Kerze trainieren die Augen und ‚verderben’ sie nicht, wie es uns als Kindern beigebracht wurde.“

Hochwertige, frisch gepresste und mehrfach ungesättigte Öle, insbesondere aber auch einfach ungesättigte und gesättigte Öle wie Olivenöl, Kokosöl, Avocados und Butter seien für die menschliche Körpergesundheit ebenso wichtig, wie frische, bunte Ernährung in allen Farben rot, orange, gelb, grün, blau, möglichst in Bioqualität.“

Augentraining-Tipps von Andreas Eichhorn: Augenspaziergang: Unsere Augen und das Sehen lassen sich besonders gut in der Natur bei einem Spaziergang trainieren. Das Sehen in die Ferne, Weitblick und Überblick und eine bessere Durchblutung der Augen durch mehr Sauerstoff fördern gutes und entspanntes Sehen und tragen zum Erhalt der Augengesundheit bei.
Palmieren: Beide Handflächen aneinander reiben, bis sie warm sind – mit den sich berührenden Fingern auf der Stirn, wie ein Dreieck leicht gewölbt über die geschlossenen Augen legen, ohne die Lider zu berühren – energetisiert und entspannt.
Übungen:Alle 20 Minuten (Eieruhr/Handy) Bildschirmarbeit unterbrechen und für 20 Sekunden einen Gegenstand oder Baum in 20 Metern Entfernung fixieren; mit dem Finger im Abstand von 20-30 Zentimetern Figuren zeichnen vor den Augen und verfolgen; im Raum oder in der Natur Objekte in unterschiedlicher Entfernung fixieren.

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