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DRK plant Trauerfahrt für erstochenen 40-Jährigen

Nach Bluttat in Zweibrücken : DRK-Bereitschaft plant Trauerfahrt

Opfer der Bluttat in der Marienstraße war Helfer bei der Motorradstaffel. Biker wollen Kollegen letzte Ehre erweisen.

Die Bluttat in der Marienstraße bewegt Zweibrücken noch immer. Vor einer Woche war ein 40-jähriger Zweibrücker Opfer einer Messerattacke geworden. Er hatte heftigen Streit zwischen dem späteren Täter und dessen Mutter gehört, sich Zugang zur Wohnung verschafft und war daraufhin erstochen worden. Am Mittwoch wird das Opfer im Kreise seiner Angehörigen beerdigt.

Tief erschüttert hat die Tat auch die Bereitschaftsstaffel des Deutschen Roten Kreuzes in Contwig. Dort war das Opfer seit 2010 sehr engagiertes Mitglied, wie sein DRK Kollege Kai Harstick dem Merkur erzählt. „Uns fehlen schlicht und ergreifend die Worte“, sagt Harstick. „Diese Schockstarre wird noch lange anhalten.“ Der 40-jährige Familienvater war fester Bestandteil der 15-Mann starken DRK-Bereitschaft Contwig. In der Funktion als Helfer erledigte er verschiedene Aufgaben. Dazu gehörten zum Beispiel Sanitätsdienste oder Staumeldedienste. Soziales Engagement zeichnete ihn aus. „Er war ein total hilfsbereiter Mensch und hat immer geguckt, dass er Dienste getauscht hat, wenn jemand anderes mal nicht konnte“, sagt DRK-Weggefährte Kai Harstick

Um ihrem Kollegen die letzte Ehre zu erweisen, organisiert die Motoradstaffel nun eine „gemeinsame Fahrt“ zur Trauerfeier. Um zehn Uhr wollen sich die Biker an der Zweibrücker Eishalle am Flughafen treffen, um von dort im Gedenken an ihren Kollegen zur Trauerfeier zu fahren. Die DRK-Bereitsschaftstaffel kündigte ihre Trauerfahrt auf Facebook an. Sie hofft, dass viele Menschen, die Anteil nehmen möchten, an diesem Tag auffahren werden.

Wie Harstick erklärt, sind solche Fahrten in der Biker-Szene üblich, wenn ein Mitglied auf „solch tragische Weise so früh verstirbt“. Wer sich anschließen möchte, könne am Mittwoch zum Treffpunkt kommen. Ein Trauerflor wird vom DRK gestellt.

Neben der DRK-Bereitschaft Contwig, planen auch viele andere Personen und Vereine Aktionen aus Anteilnahme. Da der Verstorbene auch Musiker in einer Band war (wir berichteten), wollen verschiedene Musiker am 12. September ein Benefizkonzert veranstalten. Die Familie Festlicht wird für das Konzert ihr Gelände auf dem Ernstweilerhof zur Verfügung stellen. Den Hinterbliebenen helfen wollen auch zahlreiche weitere Zweibrücker. So spendete beispielsweise die Fahrschule Jung Gutscheine für den Führerschein der beiden Kinder des Opfers. Die Kanzlei von Rechtsanwalt Stichler will die Nebenklage für die Ehefrau übernehmen.

Andreas Maurer, der beste Freund des Opfers, organisiert mit seinem Weinverein (Heinz Siegenthaler Weinkultur e.V) die Trauerfeier. Auch er will Spenden für die beiden Kinder des Verstorbenen sammeln. Ein Spendkonto ist am Montag auf dem sozialen Netzwerk Facebook eingerichtet worden. Es beteiligten sich bereits rund 80 Personen mit kleineren Geldbeträgen.

Derweil kursieren um den Täter Gerüchte. Eine Zeugin äußerte auf Facebook, dass der Täter, der Mitglied der rechtsextremen Organisation „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ war, das Opfer fremdenfeindlich beleidigt haben soll. Angeblich soll der Verstorbene französische Wurzeln gehabt haben. Außerdem soll der Täter am Freitag vor der Tat seinen Job als Fleischer verloren haben. Die Facebook-Nutzerin schreibt, der 34-Jährige wäre wegen aggressiven Verhaltens entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken konnte die beiden Gerüchte am Montag auf Merkur-Anfrage nicht bestätigen. Die Informationen wären ihm neu, sagte Staatsanwalt Lißmann.