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Dreckbrühe: Foto-Perspektive sorgt bei Facebook für Verwirrung:

Dreckbrühe: Foto-Perspektive sorgt bei Facebook für Verwirrung:

Dass ein Laster von Wolf + Sofsky daran beteiligt war, dass Schmutzbrühe in Höhe des Betonmischwerks Niederauerbach in den Schwarzbach gelangt, hat auch gestern die Zweibrücker Facebook-Gemeinde beschäftigt. Angezweifelt wurde vor allem, was Betonwerkleiter Joachim Neuheisel gestern im Merkur erklärt hatte: Dass es vergangenen Donnerstag beim Reinigen eines Absetzbeckens zu einem Malheur gekommen sei.

In dem Becken werde Oberflächenwasser gesammelt, das sich bei Regen mit Gesteinsmehl vermischt, eine ziemlich trübe Brühe also. Ein Laster hatte unter Hochdruck die jährliche Reinigung des Beckens vorgenommen und den verstopften Überlauf freigepustet. Facebook-Nutzer "Shorty Shorty" hatte die Szene von der anderen Seite des Baches fotografiert. Weil das etwa drei Meter breite, 15 Meter lange Becken aus der Perspektive nicht erkennbar ist, gewinnt man den Eindruck, die Brühe laufe aus dem Laster die Böschung herunter und gleich in den Bach. Tatsächlich stammt sie aber aus dem Überlaufrohr des Beckens gleich oberhalb des Baches. Neuheisel verspricht, ein solches Vorgehen werde sich nicht mehr wiederholen: "So wie es diesmal gelaufen ist, soll es nicht sein." Man spüle die Laster darüber hinaus nicht an der Stelle aus, sondern in der werkseigenen Recyclinganlage. Allerdings stünden an der Stelle - der Ein- und Ausfahrt vom Werk - manchmal Laster, räumte Neuheisel ein. Das Becken sei 2004 angelegt worden - infolge von Beschwerden: Das Schmutzwasser konnte damals noch sehr wohl von der Oberfläche der Anlage über die Böschung direkt in den Bach laufen. Bleiben als zufällige (?) Begleiterscheinung noch die toten Fische nahe der Schließ. Auf die Frage, ob es nicht doch einen Zusammenhang mit der Schmutzbrühe vom Betonwerk statt der Fischtreppen-Bauarbeiten geben könnte, gab sich Hans-Joachim Frenzel von der Unteren Wasserbehörde im Stadtbauamt gestern vorsichtig: "Das ist schwer zu beurteilen." Überhaupt sei unklar, ob durch die Brühe ein Schaden entstanden sei. Frenzel: "Wenn jemand etwas beobachtet hat, kann er Anzeige bei Polizei oder Ordnungsamt erstatten. Dann wird das weiterverfolgt." > Seite 17: Leserbrief